Am 9. November 1934 ist in der Essener Nationalzeitung ein Artikel veröffentlicht, der von der Rundfunkrede des Gebietsführers Deinert vom Vortag berichtet:
In der Rede habe Deinert im Westdeutschen Rundfunk über "die Winterarbeit der HJ im Gebiet Ruhr-Niederrhein" gesprochen. Unter anderem habe er in seiner Rede ausgeführt:
"Die Hitlerjugend Ruhr-Niederrhein sieht ihre Aufgabe nicht nur in der Durchführung großer Aktionen, sondern vielmehr in der Ausrichtung sämtlicher Einheiten und des letzten Hitlerjungen auf die Idee des Führers, auf die Grundsätze der nationalsozialistischen Bewegung. Das Ziel ihres Kampfes wird sein, auch den letzten deutschen Jungen so zu erziehen und zu schulen, dass er in seinem ganzen Leben immer nur als Nationalsozialist denkt und handelt.
Auch heute bestehen noch große Verschiedenheiten zwischen den einzelnen Formationen. Die eine Einheit ist auf dem Gebiete des Volkssportes weiter, während die andere vielleicht rein schulungsmäßig weiter ist, weil der Führer ein guter Heimabendleiter ist. Dass eine unbedingte Gleichmäßigkeit nicht von heute auf morgen erzielt werden kann, ist klar. Um so mehr wird es aber in Zukunft mit die wichtigste Aufgabe des HJ- und Jungvolkführers sein, da einzugreifen und mitzuhelfen, wo auf irgendeinem Teilgebiet unserer Arbeit eine Schwäche oder ein Mangel sich zeigt. Die Führer der HJ haben ihre Arbeit so zu tun, dass auch dem letzten Jungen etwas mitgegeben wird für sein ganzes Leben, damit er rein und stark an Körper und Geist lebt und handelt und hart und entschlossen seinen Weg durchs Leben geht.
Als Ausdruck des einheitlichen Wollens wird im Laufe des Winters in jedem Bann und Jungbann eine große kulturelle Veranstaltung stattfinden, die die neue Art der Feiergestaltung der nationalsozialistischen Jugend auch der Öffentlichkeit vor Augen führen soll.
Zur Schulung der Unterführer beginnen in allen Bannen und Jungbannen in de Jugendherbergen und Heimen sogenannte Kurz-Führerkurse, in denen die Führer erfasst werden, die aus den verschiedensten Gründen nicht den dreiwöchigen Kurs auf der Gebietsführerschule in Alpen besuchen konnten.
Die entscheidende Aufgabe des Winters ist die Ausgestaltung der Heimabende.
Hier müssen alle dazu beitragen, dass jeder Heimabend wirklich ein Richtabend wird, dass er neues Wissen gibt für die Aufgaben, die die Bewegung stellt. Ferner ist eine besondere Aufgabe das Winterhilfswerk. Die HJ wird ihre ganze Organisation wieder voll einsetzen, um dem Führer seinen Kampf gegen Hunger und Kälte zu helfen und den ärmsten Volksgenossen zu helfen. Als verantwortlich für die körperliche und geistige Erziehung der deutschen Jugend wird die HJ auch in diesem Winter Träger der zusätzlichen Berufsschulung sein. Auch im Gebiet Ruhr-Niederrhein werden in den einzelnen Fachgruppen Berufsschulkurse laufen.
Dann wandte sich Gebietsführer Heinz Deinert an die Eltern und Parteigenossen, ohne deren Mithilfe die HJ ihre Aufgaben nicht erfüllen kann. Die HJ ist jederzeit bereit, so führte er aus, berechtigten Wünschen oder Hinweisen auf Mängel und Fehler entsprechend nachzugehen, da es ja im Interesse eines jeden HJ-Führers liege, zu wissen, wo vielleicht noch Schwierigkeiten behoben und beseitigt werden können."