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Ereignisse
1934
Dezember

Gestapo Bielefeld berichtet über evangelische Jugend

Am 28. Dezember 1934 richtet die für den Regierungsbezirk Minden zuständige Staatspolizeistelle Bielefeld folgenden Bericht an das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin:

„Durch die Neubildung des Vorstandes des Westdeutschen Jungmänner-Bundes unter Pfarrer Busch - Witten und Humburg -Barmen, ist in der Jugendarbeit eine erhöhte Tätigkeit der evgl. Verbände festzustellen. Vor allem wird diese Tätigkeit in der Sammlung der über 18 Jahre alten Jugend beobachtet. Durch den evangelischen Kirchenstreit ist diese Sammlung sehr begünstigt, zumal der Vorstand des Westdeutschen Jungmänner-Bundes sich mit den gesamten Einheiten der Bekenntnisfront unterstellt hat. Aus diesem Grunde auch die starke Aktivierung der älteren Jugendlichen für den Kirchenkampf. Dies geschieht jedoch weniger in den Formationen der Verbände als vielmehr in dem schon längst bestehenden evangelischen Männerdienst.

Die Sammlung der Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren wird ebenfalls eifrig betrieben; sie dürfen jedoch nur als Gäste an den Veranstaltungen teilnehmen. Mitglieder des Vereins können sie nur dort werden, wo eine doppelte Mitgliedschaft besteht. Auch um die Sammlung der Kinder unter 14 Jahren ist man mit Erfolg bemüht. So bestehen hier Jungscharen der evangelischen Verbände, die z.T. 125 Mitglieder zählen.

Die christliche Pfadfinderschaft besteht hier seit etwa 2 Jahren formationsmäßig nicht mehr. Die Mitgliedschaft zur Pfadfinderschaft wird durch Einzelmitgliedschaft aufrechterhalten. Soweit festgestellt werden konnte, kommen diese Einzelmitglieder heute nicht mehr zusammen. Ihre Tätigkeit hat im hiesigen Bezirk abgenommen.

Bei den Jungmädchen-Vereinen ist die gleiche Beobachtung wie bei den Jungmänner-Vereinen gemacht.

Für den hiesigen Staatspolizeibezirk ist die (…) „Staatspolizeiliche Anordnung über die Betätigung konfessioneller Organisationen” vom 26.6.3 erlassen. Unzuträglichkeiten daraus haben sich bisher nicht ergeben.“

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