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Ereignisse
1934
August

Oberpräsident fordert Gleichbehandlung

Am 16. August richtet der Oberpräsident der Provinz Westfalen folgendes Schreiben an die Gestapo in Bielefeld:

„Nachdem der Herr Inspekteur der Geheimen Staatspolizei für die jüdischen Jugendverbände eine sportliche oder volkssportliche Betätigung sowie zwanglose Spaziergänge und Ausflüge bezw. Wanderungen in kleinerem Rahmen, sofern ihnen jeder demonstrative Charakter fehlt, durch Erlass vom 2. August d. Js. - II 1 B 2. 23929/672/R.5 - eingeräumt hat, sind damit in Westfalen die jüdischen Jugendverbände besser gestellt als die konfessionellen Verbände. Das scheint mir auf die Dauer nicht tragbar zu sein, zumal damit zu rechnen ist, dass demnächst auf Grund der zu erwartenden Vereinbarung zwischen Reichsregierung und dem deutschen katholischen Episkopat ähnliche Erleichterungen für die katholischen Verbände ein-treten werden.

Ich ersuche daher, für die christlichen Verbände eine gleiche Erleichterung eintreten zu lassen, wie sie für die jüdischen Jugendverbände durch den Erlass des Herrn Inspekteurs der Geheimen Staatspolizei angeordnet ist.“

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