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Ereignisse
1934
Mai

"Die Natur muss Erholungsstätte bleiben. Scharfes Vorgehen der Polizei gegen lichtscheues Gesindel und Wegelagerer"

„Pünktlich" zum Beginn der Wandersaison heißt es In einem Artikel der Nationalzeitung vom 17. Mai 1934:

"Das Ziel der Wanderer sind die Park und Waldanlagen, wo sie sich nach des Tages Last und Mühen ausruhen und erholen wollen. Der Aufenthalt auf den lauschigen und verschwiegenen Bänken ist aber nicht immer eine reine Freude für die Erholungssuchenden, denn lichtscheues Gesindel und entartete Burschen machen diese Gegenden unsicher. (...)

 Um dieses ruchlose Treiben möglichst zu unterbinden, sind von der Kriminalpolizei umfangreiche vorbeugende Maßnahmen getroffen worden. Ausser den regelmässigen Streifen der Sitten- und uniformierten Polizei werden in unbestimmten Zeitabschnitten große Razzien durchgeführt, wobei das ganze Gelände des Polizeibezirks Essen abgekämmt wird. (...)

Besonders wird hierbei auf Exhibitionisten, Erpresser, Spanner, Lauscher, falsche Kriminalbeamte, steckbrieflich gesuchte Personen u.a.m. geachtet. (...)

Auf Kinder und jugendliche Personen beiderlei Geschlechts, die sich zur Nachtzeit zwecklos umhertreiben, wird bei diesen Aktionen der Kriminalpolizei ihr besonderes Augenmerk richten, wobei die weibliche Kriminalpolizei einen erheblichen Teil dieser Arbeit ausführt.

Am gestrigen Abend wurde die gesamte Kriminalpolizei mit etwa 1100 Angehörigen der SA und SS und mehreren HJ-Führern mit dieser Aufgabe betraut. Eine Anzahl von Personen musste sistiert werden, von anderen wiederum wurden die Personalien festgestellt, weil sie sich in verdächtiger Weise in den Wäldern und Anlagen herumtrieben.

Für alle, die es angeht, möge dieses als Warnung dienen und eine Lehre sein, da in Zukunft in den Fällen, wo es bei einer Warnung verblieben ist, rücksichtslos durchgegriffen wird."

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