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Ereignisse
1934
Februar

"Mädchen im nationalsozialistischen Staat. - Erziehung zu körperlich und sittlich gesunden Menschen. - Alles für das Volk und für Deutschland"

Am 21. Februar 1934 berichtet die Nationalzeitung über einen Vortrag zum Thema „nationalsozialistische Mädchenerziehung", den die Direktorin der Maria-Wächtler-Schule Giese am Donnerstag zuvor vor der „Ortsgruppe Essen für Deutsche Frauenkultur" gehalten hatte. In Ihrem Vortrag führte die Direktorin u.a. aus:

"Unter Berücksichtigung der größeren Naturverbundenheit und Lebensnähe des Mädchens muss der Unterricht ganz auf die Gegenwart eingestellt werden und immer im Mittelpunkt die Frage haben: Was kannst Du als Mädchen für dich und dein Volk lernen? Diesem Zecke dienen vornehmlich die Schulungsstunden, die an den höheren Schulen alle vierzehn Tage von Obertertia an aufwärts stattfinden. Aber während bei diesen Sachen die Mädchen lediglich aufnehmen, ist der nationalpolitische Kursus, den jede Prima einmal im Jahr für 14 Tage irgendwo auf dem Lande abhält, dazu geeignet, sie diese Gedanken auch selbst erarbeiten [zu] lassen. Sie lernen dort nicht nur ein anderes Stück unseres großen Vaterlandes kennen, sondern sie kommen auch mit einer anderen Bevölkerung in Berührung, mit deren Wesen sie sich zu beschäftigen haben. Besonders wichtig ist dies für Großstadtkinder, die so einmal einen Einblick erhalten in die Arbeit und die Nöte der Bauern. Die Kameradschaftlichkeit findet eine besondere Pflegestätte in der Hitlerjugend. Deren weiblicher Teil, der Bund deutscher Mädel, ist der kühne Versuch, Jugend durch Jugend zu führen. Es ist klar, dass der Erfolg einzig und allein von der Persönlichkeit der Führerinnen abhängt, und nicht die Art der Arbeit ist maßgebend, sondern die Art und Weise der Ausführung. Die Hitlerjugend teilt hier, wie auch noch auf verschiedenen anderen Gebieten, ihre Aufgaben mit der Schule. (...) Der Zwang zur Ein- und Unterordnung, der so manchem Mädchen fehlt, wird hier ausgeübt. Wirken die vier großen Faktoren der Jugenderziehung, Schule, Elternhaus, Kirche und Hitlerjugend, harmonisch zusammen, so wird immer das beste Ergebnis herauskommen.

Eine große Bedeutung kommt der Vorschrift über das Unterrichten in der Vererbungslehre und verwandter Stoffe zu. Nichts ist einleuchtender, als die Forderung nach nur gesunden Kindern. (...)

Zum Schluss behandelte die Rednerin noch die Frauenbewegung, der sie auch in der Gegenwart unbedingte Lebensberechtigung zusprach. Die Stellung des Staates zum Christentum, eine Frage, die gerade die Frauen sehr hart bewegt, werde am besten gekennzeichnet durch das Heilandswort: 'Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gott ist.' Auf diesem Boden wird die Volksgemeinschaft als höchste und umfassendste Schöpfungsordnung Gottes, immer gut gedeihen können."

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