Sturmschärler zum Austritt aus katholischer Jugend gezwungen
In Düsseldorf wird dem Vater eines 19-jährigen Sturmschärlers am 22. Juni 1934 mit Entlassung gedroht, sollte er seinen Sohn nicht zum Austritt aus dem katholischen Verein bewegen. Der Vater ist seit der Aufnahme einer Beschäftigung in der Waggonfabrik Schöndorff vor einigen Monaten Mitglied der SA. Im Parteibüro wird er gezwungen, eine entsprechende Erklärung zu unterzeichnen, was er – das Wohl seiner Familie mit fünf Kindern im Blick – auch widerstrebend tut.
Kaplan Peruche, der dem Erzbischöflichen Generalvikariat am 26. Juni von dem Vorfall berichtet, hat die HJ als Drahtzieher im Verdacht: Einzelne, der HJ näherstehende Ortsansässige hätten sich zwar nicht als Veranlasser angegeben, schienen jedoch eine „auffallende Kenntnis von dem Ultimatum zu haben“.