HJ-Führer überfallen katholische Jugend
Die Jungschar des Katholischen Jungmännervereins Mehlem führt am 20. März 1934 einen Heimabend in dem der katholischen Kirchengemeinde gehörenden Jugendheim durch, das in der Meckenheimerstraße an der Pfarrkirche liegt. Gegen 20.45 Uhr betreten zwei Hitlerjungen (einer aus Mehlem, der andere von außerhalb) das Heim, um die HJ-Zeitung „Die Fanfare“ zu verkaufen. Pfarrer Koch erklärt, dass man die Zeitung nicht kaufe, und verweist die Jugendlichen aus dem Heim. Kurz darauf wird das Jugendheim mit Steinen beworfen. Dabei gehen mehrere Scheiben zu Bruch. Der Präfekt verständigt daraufhin das Überfallkommando.
Als die katholischen Jugendlichen auf die Polizei warten, kommen von der in Mehlem befindlichen Obergebietsführerschule Unterbannführer Peter Rang, der Metzger Lindemann und noch mehrere andere und schlagen auf die Jugendlichen ein. Der Mehlemer Gendarmerie-Oberwachtmeister, der mittlerweile eingetroffen ist, kann die Lage nicht beruhigen. Der Präfekt, der besonders schwer misshandelt wird, flüchtet sich daraufhin in ein nahegelegenes Haus.
Als der Präfekt in Begleitung des Kaplans und fünf weiterer junger Männer nach Hause geht, wird er erneut von Rang, Lindemann und weiteren HJ-Angehörigen überfallen, die diesmal auch Riemen mit beschwerten Enden einsetzen. Die Angegriffenen flüchten, werden jedoch von der HJ verfolgt. Das später eintreffende Überfallkommando muss zwei von ihnen schließlich bis zu ihren Wohnungen begleiten, um für ihre Sicherheit zu garantieren. Auch bei den anderen fragt die Polizei noch nachts bei ihnen zu Hause nach, ob sie eingetroffen seien, da befürchtet wird, dass sie erneut misshandelt wurden. Dies ist bei zwei von ihnen auch der Fall, doch konnten sie ohne größeren Schaden ihre Wohnungen erreichen.