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Ereignisse
1934
Februar

Katholische Jugendliche in Opladen von HJ bedroht

Am Sonntag, den 4. Februar 1934 lädt die Katholische Jugend aus Opladen die Pfarrangehörigen zu einem Gemeinschaftsabend der Katholischen Jugend in den Festsaal des Katholischen Vereinshauses ein. Der Unterbann der örtlichen HJ setzt daraufhin alles daran, die Versammlung zu stören: Am Nachmittag ziehen Hitlerjungen durch die Stadt und singen u.a. ein Leid mit dem Refrain: „Hängt den Präses, stellt die Sturmschar an die Wand.“ Am Abend veranstalten sie dann einen Appell vor dem Vereinshaus.

Um eine Auseinandersetzung zu vermeiden, sagt die Katholische Jugend daraufhin das Treffen ab. Allerdings kann sie nicht alle Jugendlichen, die eingeladen waren, davon in Kenntnis setzen, zumal nicht diejenigen, die aus anderen Orten kommen. So sind am Abend fünf Mitglieder der Sturmschar aus Immigrah, zwei Neudeutsche aus Opladen und fünf Mitglieder des Katholischen Gesellenvereins aus Opladen dennoch am Treffpunkt.

Als man sie zur Straßenbahn begleiten möchte, werden sie, so ein Bericht von katholischer Seite, von etwa 30 Hitlerjungen verfolgt und mit Rufen bedroht wie „Schlagt sie zusammen“, „Straße frei, wir brauchen euch hier nicht stehen zu lassen, wir haben das Recht, euch auseinander zu jagen, wir haben Befehl dazu“, „Ihr werdet alle heiliggesprochen“ und „Los drauf“. Ein Gefolgschaftsführer aus Leverkusen, Josef Sabel, droht mit einem Spaten in der Hand „Wir werden euch jetzt mal heiligsprechen“.

Die katholischen Jugendlichen versuchen daraufhin, zu einer anderen Bahnhaltestelle auszuweichen, werden aber weiter verfolgt und bedrängt. Einer von ihnen wird abgedrängt und von der HJ auf die Straße geschubst. Passanten, die sich über das Verhalten der HJ empören und einzugreifen versuchen, erhalten die Antwort „Wir brauchen niemand anders zu dulden“, „Wir haben das Recht dazu“ und „Wir haben Befehl“.

Erst als die Jungen in der Straßenbahn sitzen, haben sie Ruhe.

Bannführer Buggert nimmt noch am selben Abend bei einer Ansprache an die HJ vor dem Vereinshaus seine Jungen in Schutz. Er decke das Verhalten voll und ganz.

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