HJ-Führer bezeichnet Kaplan als Schweinehund
Bei der Schulentlassungsfeier der katholischen Ortsschule in Sürth am 28. März 1934 bezeichnet der örtliche Kameradschaftsführer der HJ, Joseph Plonkowsky, den vorne sitzenden Kaplan gegenüber Umstehenden als einen „Schweinehund von einem PX-Kerl“, dem man „eine Kugel durch den Kopf schießen“ solle. Die Äußerung wird von Plankowsky zugegeben. Kaplan Heinrichs ist darüber entsetzt, nicht zuletzt, da der Junge noch zwei Stunden zuvor die heilige Kommunion empfangen hat und in den beiden Tagen zuvor die Entlassung-Exerzitien mitgemacht hat. Bis zum Tag der Schulentlassung ist er zudem Messdiener gewesen, und aus diesem Amt, so Heinrichs, sei er auch „trotz seines sonstigen schlechten Betragens in der letzten Zeit und seiner Dienstvernachlässigung“ nicht entlassen worden, „um nicht in den Verdacht einer Voreingenommenheit gegen Hitlerjugend zu kommen“.
Die Eltern des Jungen, der aus einer „gut katholischen Familie“ stammt, sind verzweifelt und erwirken eine Entschuldigung des Jungen, so dass Heinrichs „von weiteren Schritten Abstand nehmen musste“.