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Ereignisse
1934
April

Katholischer Jungmännerverein in Wipperfürth von HJ drangsaliert

Bei einer Versammlung des Katholischen Jungmännervereins Wipperfürth am 10. April 1934 bittet Fähnleinführer Potthoff den Präses des Vereins ihm die Namen von möglichen Ruhestörern der HJ zu nennen, sollte es zu Zwischenfällen kommen.

Zu einem solchen kommt es am folgenden Tag: Hier wird einem Angehörigen des Jungmännervereins durch einen Jungvolkführer eine Mitgliedsliste abgenötigt, die anschließend der Parteileitung zugestellt wird. Danach wird einigen Mitgliedern des KJV von der Parteileitung mit Stellenentlassung gedroht und der Austritt aus dem KJV gefordert. Dies, so der Präses in einem Brief an den Bürgermeister von Wipperfürth am 15. April 1934, sei ein Verstoß gegen das Konkordat.

Wiederum ein Tag später werden einige Mitglieder des KJV auf der Straße von einem Hitlerjungen belästigt und nach Christusabzeichen untersucht. Zudem fallen Aussprüche von der HJ wie „Das Konkordat kommt für uns nicht infrage“ und „Ihr seid staatsfeindlich“. Auch Schläge werden angedroht. „Leibesvisitationen“ wie diese würden Anlass zu Schlägereien bieten, zumal „da das Gebaren der Jungvolkführung bis in die weitesten Kreise der Bevölkerung bereits Erbitterung hervorgerufen hat“.

Am 13. April werden die Angehörigen des KJV dann in ihrem Jugendheim von einem Polizisten und von Fähnleinführer Potthoff auf verbotene Teile der Kluft untersucht. Hier verweist der Präses darauf, dass das Tragen von Uniformen laut dem Verbot vom 19. April nur in der Öffentlichkeit, nicht aber in geschlossenen Räumen untersagt sei.

Der Präses weist in einem Brief an den Bürgermeister von Wipperfürth, in dem er sämtliche Vorfälle auflistet, abschließend daraufhin, dass seine Jugendarbeit immer transparent gewesen sei und der KJV einen „reinen Ehrenschild“ habe. Seine ganze Arbeit gelte Christi Reich, und er erbitte den Schutz für seine Jungen.

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