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Ereignisse
1934
April

"Herr Kardinal, wir wehren uns"

In der Nacht von Samstag, den 7. auf Sonntag, den 8. April 1934 werden in der Pfarre St. Canisius in Düsseldorf am Gartenzaun in großen Lettern die Inschrift „Jawohl! Herr Kardinal, wir wehren uns!!“ und ein großes Hakenkreuz angebracht.

Die Inschrift bezieht sich auf die Schlagzeile der April-Ausgabe der HJ-Zeitung „Die Fanfare“, die lautet: „Herr Kardinal, wir wehren uns!“ Darin wird Stellung gegen Schriften der katholischen Kirche genommen, die, so der Vorwurf, „den Anschein erwecken könnten, die Einigung des deutschen Volkes und das Aufbauwerk Adolf Hitlers zu sabotieren“ und damit „Blut und Ehre unserer Rasse besudeln“.

Die Düsseldorfer Gemeinde ist über die Inschrift, so Pfarrer Thelen in seinem Bericht an das Erzbischöfliche Generalvikariat in Köln, „in heller Empörung“, nicht zuletzt, da sie am „Weißen Sonntag“ angebracht wurde. Den Eltern ruft Thelen aus dem Anlass zu: „Sorgt dafür, dass diese Kinder nicht werden wie jene Lümmels, die zwischen Nacht und Nebel jene Schmähschrift an unseren Gartenzaun angebracht haben wie wir sie eben alle gesehen. Was sich da unseren Augen darbietet, unterscheidet sich in nichts von jenen Zeiten, die etliche Monate hinter uns liegen. Wir alle wissen, das trifft nicht unsere Regierung und vor allem nicht unseren Führer, wenn der wüsste, dass man Derartiges einer kath. Gemeinde bietet, er würde vor Scham in den Boden sinken, zumal es geschieht unter dem Deckmantel der Hoheitszeichen. Jedenfalls sind wir nicht gewohnt, so unseren Oberhirten besudeln zu lassen und allen, die sich mit solchen Lümmeln identifizieren, rufen wir zu ‚Hände weg‘.“

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