Erfahrungen mit Landjahr
Am 24. Mai 1934 übermittelt der Hildener Bürgermeister dem Landrat in Düsseldorf einen „Bericht über die gemachten Erfahrungen bei der Entsendung der Schüler(innen) in das Landjahr“. Hierin heißt es:
„Die Durchführung der ministeriellen Bestimmungen über das Landjahr hat hier keine Schwierigkeiten ergeben. Nach Zusammensetzung der Kommission haben die Leiter der einzelnen Schulen in Verbindung mit dem Klassenlehrer die Knaben und Mädchen nach den ministeriell bestimmten Gesichtspunkten ausgesucht und die Namen der Kinder in die verschiedenen Listen (A-C) je nach Eignung eingetragen. Danach wurde die letzte Auslese vorgenommen, nachdem die Kinder schulärztlicherseits auf ihre körperliche Eignung untersucht worden waren.
Die Entsendung ging ohne Schwierigkeiten vonstatten. Dass im Kreise Düsseldorf-Mettmann nur die Mädchen, nicht aber die Knaben in das Landjahr entsendet wurden, ist von den Eltern der Knaben bitter empfunden worden, weil diese bereits für die Entsendung alle Vorkehrungen getroffen und deshalb für die Unterbringung ihrer Kinder in Arbeitsstellen nichts unternommen hatten. Sie klagen darüber, dass sie ihre Kinder nicht mehr unterbringen könnten, weil alle Lehrstellen bereits besetzt seien.
Schon vor der praktischen Durchführung der Landjahrbestimmungen ist von der Presse häufig auf die Wichtigkeit des Landjahres hinsichtlich der volkserzieherischen Momente hingewiesen worden. Widerstände der Eltern der zum Landjahr entsandten Schulkinder haben sich nicht gezeigt. Die Kinder gingen alle willig und freudig in das Landjahr. Die Eltern gaben, bevor der Bestimmungsort bekannt wurde, allgemein der Hoffnung Ausdruck, dass ihre Kinder von der Heimat nicht allzuweit entfernt, untergebracht würden. Im Übrigen ist hier darüber nichts Besonderes bekannt geworden, dass von der Bevölkerung in irgendeiner Weise gegen das Landjahr Stellung genommen worden ist.“