Ankündigung neuer KLV-Transporte
Die KLV-Verantwortlichen des HJ-Gebiets Köln-Aachen teilen den Schulleitern und Eltern am 5. Oktober 1943 Folgendes mit:
„Eltern und Erzieher unserer Schuljugend!
Am 21. Okt. geht ein Transport Jungen und Mädel aus dem Gau Köln-Aachen nach den schönen Waldgebirgen Schlesiens (Riesengebirge, Isergebirge, Eulengebirge, Glatzer-Gebirgsketten). Schöne Lager mit guter Verpflegung, Vollunterricht durch erfahrene Lagerleiter bezw. Lagerleiterinnen und Lehrer und Lehrerinnen geben den Eltern Gewähr für beste Versorgung ihrer Kinder. Für Mädels der 3. und 4. Klassen der Oberschulen steht ein ausgezeichnetes Lager im Riesengebirge zur Verfügung.
Denkt daran: ‚Es ist besser, und zeugt von mehr Familienliebe, Kinder in nicht luftgefährdete Gebiete zu verschicken, als sie als Opfer feindlichen Luftterrors ganz zu verlieren.‘ (Worte Dr. Goebbels aus seiner Rede zum Erntedankfest).
Wir bitten die Anmeldebogen für den Transport an den einzelnen zuständigen Schulen abzuholen und nach Untersuchung der Kinder durch den Arzt ausgefüllt abzugeben. Für die Jugendlichen der Stadt Köln sind die Bogen für den rechtsrh. Teil an die Schule Langemarkstraße, Köln-Mülheim (Frl. Pahl), für den linksrh. Teil an die Schule Balthasarstraße (Konrektor Oster) weiterzuleiten.
Die Dienststelle Kinderlandverschickung, Claudiusstr. 1 nimmt ebenfalls Anmeldungen entgegen. Endtermin der Abgabe 15. Okt. 1943.
Heil Hitler!
Der KLV-Schulbeauftragte – Kroh
Der Gebietsbeauftragte KLV – Klewinghaus (Bannführer)“
Zwei Tage später teilt der KLV-Schulbeauftragte Kroh dem Bonner Stadtschulrat Speckkamp mit:
„Am 21. Oktober 43 geht wieder ein Transport mit 300 Mädels und 300 Jungens aus Köln-Stadt, Aachen und den ländlichen Kreisen nach Schlesien (Riesengebirge, Glatzer-Gebirgskessel, Wallenburger Gebirge).
Es sind 14 Lager zu besetzen, davon 3 Lager mit 2 Lehrpersonen. Ich bitte um Bereitstellung von Erziehern und Erzieherinnen für diesen Transport. Wir kennen die Schwierigkeiten der Abstellung von Lehrpersonen für diese wichtige Sache. Ist es denn nicht möglich, dass ein Lehrer oder eine Lehrerin mit seiner bezw. ihrer Klasse gehen kann? Es wäre dies doch das Idealste und Erstrebenswerteste und hätten Sie dann keine Schwierigkeiten wegen Abstellung von Erziehern. Es kommt doch lediglich darauf an, dass ein für KLV interessierter Lehrer oder interessierte Lehrerin persönlich bei den Eltern für die Verschickung wirbt.
Den Kindern ist Gelegenheit gegeben, den religiösen Belangen nachzukommen. Damit entfällt den Eltern der Grund, der KLV feindlich gegenüber zu stehen.
Die Schulverwaltung Köln, die bei den letzten Transporten den größten Prozentsatz der Lagerleiter(innen) stellte, hat, wie mir O.Reg.Rat Thiemann heute mitteilte, 45 Lehrer und Lehrerinnen dieser Woche Schlesien zur Verfügung gestellt und muss in der nächsten Woche wieder 100 zur Verfügung stellen.
Ich bitte, mir baldigst die Namen und die Anschriften der für KLV bestimmten Lehrer und Lehrerinnen anzugeben.“