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Ereignisse
1943
Oktober

Gedenken an Kölner Luftkriegsopfer

In der Oktober-Ausgabe 1943 von „Oberdonau Hochwald. Elternbrief der Erweiterten Kinderlandverschickung“ findet sich folgender propagandistischer Nachruf auf die beim „Peter-und-Paul“-Angriff auf Köln am 29. Juni 1943 getöteten Familienangehörigen der Kinder des KLV-Lagers „Schießstätte“ in Alt-Aussee:

„Deutschland muss leben ...

Seit den Tagen, da die Stadt Köln mehrfach den Bombenangriffen der anglo-amerikanischen Luftwaffe ausgesetzt war, seit den Tagen, da nach den Angriffen die ersten Briefe in das Lager ,Schießstätte" in Alt-Aussee kamen, wissen sie es:

Kölns-Altstadt wurde schwer getroffen, die Stätten ihrer ersten Kinderjahre sind zum Großteil vernichtet. Und dann kamen wieder Briefe und sie richteten sich nicht an die Jungen selbst, sie trugen die Anschrift des KLV-Lagers und waren an Lagerleiter Mauer gerichtet:

Ein Junge hat Mutter, Großmutter und Geschwister verloren, einem zweiten wurde der Vater und zwei Geschwister gemordet, einem dritten Mutter, Schwester und Bruder getötet. Keiner ist mehr unter den Buben, der nicht den Tod nächster Familienangehörigen zu beklagen hätte. Viele ihrer Großeltern, ihrer Tanten, Onkeln, Basen und Vettern weilten nicht mehr unter den Lebenden. Besonders hart schlug das Schicksal einen Jungen, der elf Todesfälle in seiner Familie zu verzeichnen hat. Durch Brände, durch stürzende Trümmer getroffen kamen sie um ihr Leben.

Und aus der Not ihrer Herzen, und aus ihrem Suchen nach Halt und Ziel hat sie der Lagerleiter hingeführt zu dem Zukunftsdenken ‚Deutschland‘. Der Glaube an die Heimat, das Reich und an das Vaterland, das in Gefahren über den Opfern Wache hält, bestimmt ihr Leben in dieser Zeit. Und das Wort, das Walter Flex an eine deutsche Mutter schrieb, steht in ihren Herzen.

Dort, wo man in den Vorbau des Hauses tritt, steht es groß und weil an der Wand:

‚Deutschland muss leben - und wenn wir sterben müssen!‘“

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