Über die Aufgaben der „Lamafü“s
Unter der Schlagzeile „Wer führt uns in der KLV“ berichtet der „Siling. Elternbrief der Erweiterten Kinderlandverschickung, Gau Niederschlesien“ in seiner September/Oktober-Ausgabe 1943:
„‚Lamafü‘ und Lagermädelschaftsführerin übernehmen einen Teil der Aufgaben des Elternhauses
Heute wollen wir Euch einmal einen Einblick in den Tätigkeitsbericht derer geben, die - neben dem Lagerleiter - Eure Kinder führen. (...)
Wie oft hörte ich in den Lagern von den Mädelführerinnen so oder ähnlich erzählen: ‚Wenn die Post verteilt ist, kann ich mich oft vor dem Ansturm der Mädel nicht retten.‘ (...)
Um die Zeit, da die Heimatstädte der Mädel bombardiert wurden, baten sie mich manches Mal, die Briefe zuerst zu lesen, um zu sehen, ob etwa etwas Schlechtes darin stände. Zu der Lagerleiterin, die sie sogar Mutter nennen dürfen, und zu mir haben sie also unbeschränktes Vertrauen. (...)
Wer wird denn nun eigentlich Lagermannschaftsführer bzw. Lagermädelschaftsführerin? - Es sind fast durchweg erprobte Führer und Führerinnen, die im Jungvolk oder der HJ, im BDM und bei den Jungmädeln in ihren Einheiten bereits größere Erfahrungen in der Jugendführung gesammelt haben. Nun ist es aber einfacher, hin und wieder einmal einen Heimnachmittag auszugestalten oder eine Sonntagsfahrt durchzuführen. In den Lagern jedoch gilt es, die Jungen und Mädel fast den ganzen Tag über nicht nur zu "beschäftigen", sondern sie bei all und jedem richtig anzuleiten, zu beaufsichtigen und mit ihnen zu spielen. Es gilt einen guten Teil der Verpflichtungen des Elternhauses zu übernehmen.
Um den Jungen und Mädeln, die einmal als Führer und Führerinnen in den KLV-Lagern eingesetzt werden sollen, ihre Aufgaben und ihre große Verantwortung, die sie mit diesen übernehmen, klar vor Augen zu führen, sie dafür zu schulen und auszubilden, werden sie in Lehrgängen zusammengefasst. Für die Jungen dient dazu die Reichsschule der KLV, hier bei uns in Schlesien in Steinau an der Oder, für die Mädel gibt es eine solche in der Nähe von Nürnberg. Aus dem ganzen Reich werden dort die Führer und Führerinnen, die für die KLV-Arbeit geeignet erscheinen, in zwölftägigen Lehrgängen mit ihren zukünftigen Aufgabengebieten vertraut gemacht.“