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Ereignisse
1943
August

Propagandistische Reaktion auf Luftangriff

Im „Sachsengruß. Elternbrief der Erweiterten Kinderlandverschickung, Gau Sachsen“ heißt es im August 1943:

„Unsere Antwort auf den Terrorangriff auf Düsseldorf

Als wir durch den Rundfunk erfuhren, dass englische und amerikanische Gangster unsere Heimatstadt Düsseldorf bombardiert hatten, packte uns eine heilige Wut. Fünf unserer Kameraden erhielten die Nachricht, dass ihr Elternhaus von den Mordbrennern zerstört wurde. Aber keiner jammerte und weinte, nein, sie nahmen den harten Schicksalsschlag mutig hin. Wir alle hatten jetzt nur einen Gedanken: ‚Wie können wir dies den Mordbrennern heimzahlen?‘

Leider sind wir noch zu jung, um mit dem Gewehr in der Hand zu kämpfen. Da mussten wir uns eben eine andere Vergeltung ausdenken. Allerlei Gedanken schwirrten durch unsere Köpfe, bis einer sagte: ‚Am Sonntag ist Rote-Kreuz-Sammlung, da können wir uns rächen.‘

Wir schauten unseren Kameraden etwas bedenklich an. Gerade jetzt, wo wir eine Wanderung zum Fichtelberg vorhatten, da sollten wir unser Taschengeld spenden? (...)

Schließlich fassten wir doch den Entschluss: Wir verzichten auf Limonade, Malzbier und andere schöne Dinge mehr und spenden unser Geld für das Rote Kreuz. Bei der letzten Rote-Kreuz-Sammlung hatten wir rund 25 RM gespendet. Unser Lagerleiter sagte: ‚Diesmal muss das Ergebnis um 50% gesteigert werden.‘ (...)

Als wir nachher das Ergebnis ausgerechnet hatten, waren wir selber erstaunt, dass es im Vergleich zur letzten Sammlung um 400 Prozent höher lag. Wir 25 Jungen hatten rund 100 RM gespendet. (...)

So antworteten wir auf die Zerstörung unserer Heimatstadt.

Kurt Ackermann, 12 Jahre
KLV-Lager Schullandheim Raummühle, Jöhstadt/Erzgeb.“

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