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Ereignisse
1943
Juni

Sonnenwendfeier im KLV-Lager

Im „Siling. Elternbrief der Erweiterten Kinderlandverschickung, Gau Niederschlesien“ heißt es:

„Donnerstag war ein sehr schöner Tag für uns Mädel im KLV-Lager Schwarzbachtalbaude. Endlich war der Tag gekommen, an dem die Sonne am längsten die Erde bescheint. Wie nach altem Brauch feierten wir die Sonnenwende. Nach dem Abendbrot gingen wir auf die Brandhöhe, denn dort sollte unsere Feier sein.

In einem Halbkreis standen wir um das zum Himmel emporlodernde Feuer. Ein paar Mädel sprachen Feuersprüche und wir sangen Sonnenwendlieder. Dann trat unsere Lagerleiterin vor das Feuer, sagte einen Spruch für die Gefallenen des Weltkrieges und warf einen aus Tannengrün gewundenen Kranz ins Feuer. Wir erhoben unsere Hände zum Gruß und sahen schweigend zu, wie der Kranz von den gierigen Flammen langsam verzehrt wurde. Ein paar Mädel sagten dann Sprüche, und wir sangen ein Feierlied. Darauf warf unsere Lagermädelführerin den zweiten Kranz in die Flammen. Er ehrte die Männer, die für ein neues Deutschland ihr Leben ließen. Wieder grüßten wir stumm. In diesen kurzen Minuten dachten wir an die Gefallenen der Bewegung. Langsam brannte das Feuer nieder. Unsere Lagerleiterin sprach ein paar Worte und warf den dritten Kranz in die Flammen. Er verbrannte zu Ehren der Gefallenen des jetzigen Krieges. Da dachten wir daran, dass die Bolschewisten ins Land eingefallen wären und alles verwüstet hätten, wenn die Soldaten nicht fern von der Heimat ihr Leben für uns geopfert hätten.

Danach las unsere Lagermädelführerin die Namen der Mädel vor, die die Bedingungen für das Leistungsabzeichen erfüllt hatten. Noch einmal flackerte das Feuer hell auf, dann hüpfte nur noch eine kleine Flamme auf der Glut. Zum Schluss sprangen wir noch alle über das Feuer.“

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