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Ereignisse
1943
Mai

Widerstände gegen religiöse Erziehung in KLV-Lagern

Am 11. und 12. Mai 1943 teilten die Leiter der KLV-Lager „Hotel Klösterle-Hof“ (Lager Ba/48) und „Gasthaus zur Kranz“ (Lager Ba/56) dem Pfarramt in Wolfach auf Anfrage Folgendes mit:

„Ob sich im hiesigen Lager evangelische Kinder befinden, entzieht sich meiner Kenntnis. Hier im Lager bilden wir eine Gemeinschaft von deutschen Menschen. Die Pimpfe werden nationalsozialistisch erzogen. Wenn sie gute Nationalsozialisten sind, sind sie bestimmt gute Christen, bei denen das religiöse Bekenntnis keine Rolle spielt.
Heil Hitler! gez. Wisch, Lagerleiter.“

„Auf Ihr Schreiben vom 10.ds.Ms. habe ich mir die Mühe gemacht, festzustellen, ob bei den in meinem Lager untergebrachten Hitler-Jungen der Wunsch besteht, an dem von Ihnen vorgeschlagenen religiösen Unterricht teilzunehmen. Da dies nicht der Fall ist, dürfte diese Angelegenheit hiermit beendet sein, zumal die gesamte Erziehung im KLV-Lager positiv sittlich eingestellt ist.
Heil Hitler! gez. Schuler, Lagerleiter“

Das Schreiben wird an den Rheinischen Provinzialausschuss für Innere Mission weitergeleitet:

„Obige Antworten erhielt ich auf meine Bitten unter Berufung auf den Erlass der Reichsjugendführung, den Kindern Gelegenheit zu geben, am kirchlichen Unterricht teilzunehmen. Der Lagerleiter in ‚Vor Seebach‘ ist anders eingestellt.“

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