Aufklärung und Propaganda für die KLV
In Folge 3/43 des Mitteilungsblatts für die erweiterte Kinderlandverschickung heißt es:
„Aufklärung und Propaganda für die KLV
1. Kontakt mit der Bevölkerung des Aufnahmegebietes.
Im Rahmen der Aufklärung und Propaganda für die KLV ergibt sich u.a. die bedeutende Aufgabe, zwischen der Bevölkerung der Aufnahmegebiete und den KLV-Lagern eine enge Verbindung herzustellen.
Träger dieser Aufgabe müssen vornehmlich die Lager selbst sein. Die Lagerleiter bzw. Lagerleiterinnen leiten die entsprechenden Bestrebungen ein und lenken sie verantwortlich. Freundliches Entgegenkommen im Verkehr mit der hiesigen Bevölkerung überbrückt das Befremden, das naturgemäß anfangs auf beiden Seiten vorhanden sein wird.
Je enger und herzlicher der Kontakt ist, desto eher fühlen sich die in dem Lager erfassten Jungen und Mädel in ihren neuen Unterkunftsorten heimisch.
Das KLV-Lager als solches und damit dessen Wesen und Bedeutung muss der örtlichen Bevölkerung so vertraut werden, dass diese das hiesige Lager als "ihr Lager" und damit als Bestandteil ihres Ortes ansieht.
Die Möglichkeiten, diese Aufgaben zu verwirklichen sind vielfältig. Einige seien genannt:
a) Bei KLV-Veranstaltungen ist die hiesige Bevölkerung einzuladen;
b) den Ortsgruppen und Dienststellen der örtlichen Frauenschaft sind eine Anzahl von Elternbriefen zur Verteilung zuzustellen;
c) KLV-Lager führen Dorfchronik;
d) Hilfsbereitschaft der KLV-Lager bei allen möglichen Gelegenheiten;
e) in allen Fällen publizistische Auswertung in der Ortspresse.
2. Briefverkehr mit den kinderreichen Familien.
Die Einrichtung der KLV steht jeder deutschen Familie, insbesondere aber den kinderreichen Familien in den luftgefährdeten Gebieten zur Verfügung. Unkenntnis über dieses größte Jugenderholungswerk des deutschen Volkes führt oft dazu, dass viele Familien trotz öffentlicher Aufklärung und Propaganda von der KLV-Verschickung keinen Gebrauch machen.
Ein gewiss wirkungsvoller Weg diese Familien für die KLV aufgeschlossen zu machen, ist der, durch die Lagerleiter bzw. Lagerleiterinnen die Jungen und Mädels anzuregen, den ihnen bekannten kinderreichen Familien Briefe zu schreiben, in denen das Leben in den KLV-Lager geschildert wird. Damit lässt sich gleichzeitig ein Deutschunterricht verbinden.
3. Briefe und Beiträge für Presse und Propaganda
Die Dienststelle KLV, Reichsjugendführung, Berlin-Charlottenburg, Kaiserdamm 45/46, benötigt laufend Pressematerial und Beiträge für Rundfunkübertragungen.
Erlebnisschilderungen, welche die Jungen oder Mädel selbst verfasst haben oder Briefe, die von Eltern an das KLV-Lager geschickt wurden, sind oft zur entsprechenden Auswertung geeignet. Andererseits ergaben sich in den Lagern oft Situationen, die in ihrer Art die Verhältnisse und den Geist in der Lagergemeinschaft charakterisieren. In wenigen Worten nur lässt sich ein solches Vorkommnis schildern und für eine knappe Rundfunkübertragung (von 3-4 Minuten Dauer) auswerten.
Anregungen, die aus dem Lager selbst kommen, dienen der Aufklärung und Propaganda wirkungsvoller als jede andere, deshalb müssen es sich die Lagerleiter- und leiterinnen im Interesse der gesamten KLV-Arbeit zur Aufgabe machen, entsprechendes Material der Dienststelle KLV laufend einzusenden.“