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Ereignisse
1943
Februar

Zurückhaltung bei KLV-Anmeldungen

Am 8. Februar 1943 informiert der Bonner Volksschullehrer Nocke den Schulrat über den Stand der Anmeldungen zur KLV an seiner Schule:

Für heute Nachmittag hatte ich die Mütter der Knaben des 6. + 7. Schuljahres unserer Schule zu einer Besprechung über die Entsendung in die KLV gebeten. Von etwa 50 in Betracht kommenden Müttern waren 10 erschienen. Zu melden sind im Augenblick 6. Schuljahr 12, 7. Schuljahr 6 Jungen. Angegebene Gründe für die augenblickliche Zurückhaltung der Eltern sind diese: Alle wünschen bis nach Ostern zu warten, der Abstand von der Heimkehr von der vorjährigen Verschickung ist ihnen noch zu gering; von 39 Jungen meiner Klasse waren im vergangenen Jahr 23 in der KLV u. sind erst Ende November zurückgekehrt. 2. Kinder sind grundsätzlich angemeldet, sollen aber erst Ostern mit zur Kommunion gehen. 3. Mütter wollen sehen, Kinder erst mit den nötigen Sachen auszurüsten, vor allen Dingen mit Schuhen. Aus dringenden familiären Gründen bitte ich, meinen Einsatz auch bis nach Ostern zurückzustellen. Ich werde die Zeit zu energischem persönlichem Werben benutzen u. hoffe auf größeren Erfolg. Das persönliche Vertrauen ist da.“

Am 16. Februar 1943 ergänzt Nocke:

„Sehr geehrter Herr Schulrat!

Auf ihre Anweisung habe ich in den letzten Tagen an den Schulen Windeckstraße, Theaterstraße, Schule Kessenich für die KLV geworben [und] Herrn Paffrath und Herrn Corbach gebeten, an ihren Schulen zu werben.

Im Augenblick liegen folgende Meldungen vor:

Schule Hundgasse 15 Jungen, 6. Schuljahr
Schule Theaterstraße 3 Jungen, 6. Schuljahr
Schule Rheindorferstraße 3 Jungen, 6. Schuljahr
Schule Kessenich 2 Jungen, 6. Jungen
Dorotheenstraße und Windeckstr. : Fehlanzeige“

An den elf Bonner Mädchenschule, an denen massiv für die KLV geworben wird, melden sich bis zum Verschickungstag 17. Februar insgesamt nur 25 Schülerinnen:

   I. Schule Dorotheenstr. II           9
II. Schule Heerstr.                       2
III. Schule Rheindorfer Str.             -
IV. Schule Windeckstr.               3
   V. Schule Theaterstr.                 2
VI. Schule Hundsgasse               4
VII. Schule Sandstr.                    

VIII. Schule Pützstr.                       -
IX. Schule Poppelsdorf                 -
   X. Schule Endenich                   -

XI. Schule Rheindorf                    5

                                       Summe: 25

Wie aus den sich auf mehrere Lager beziehenden Belegungslisten der für den 17. Februar 1943 geplanten Verschickungen von Kölner und Bonner Kindern hervorgeht, bleibt der Werbeerfolg bescheiden. Während der etwa der Belegungsplan für den Gasthof Stabauer in St. Lorenz 100 Mädchen aus Köln und Bonn von Köln-Deutz aus vorsieht, haben sich lediglich 48 gemeldet. Auch das Soll von 40 ins KLV-Lager „Josef Gierlinger“ in Uttendorf zu verschickenden Jungen kann zu diesem Termin nicht erfüllt werden; es melden sich nur 32.

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