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Ereignisse
1943
Februar

Soldaten im KLV-Lager

Im „Siling. Elternbrief der Erweiterten Kinderlandverschickung“ heißt es im Februar 1943:

„Vorigen Montag kamen drei Soldaten von der Ostfront, die augenblicklich hier im Lazarett liegen, ins Lager und erzählten uns von den erbitterten Kämpfen auf der Krim. Einer von Ihnen, ein Gefreiter, der Offiziersanwärter ist, hielt uns dabei zwei Stunden lang in Spannung. Man hätte eine Nähnadel müssen fallen hören, so mäuschenstill war es.

Viel Spaß machte es uns, als er uns schilderte, wie er mit einem Unteroffizier zwei Bolschewisten aus einem Horchposten herausgeschleppt hatte, - wie er mit einer Gruppe einen deutschen Graben im Tartarenwall aufrollte, wo der Iwan sich festgesetzt hatte -, wie er, auf einem Panzer sitzend, den Panzerjägern den Weg wies, wo der Russe eingedrungen war. Für diese letzte Tat erhielt er das E.K. 2. Das meiste Interesse zeigten wir aber, als der Soldat von einer neuen Waffe sprach, die sie das Ofenrohr nennen. Letztere zersetzt die dickste Wandung beim feindlichen Panzer. (...)

Ganz Ohr waren wir, als wir von unseren sechsmotorigen Flugzeugen hörten, wo eine ganze Kompanie mit Mann und Maus hineingeht.

Aus allen Reden ging hervor, dass der deutsche Soldat doch der beste der Welt ist, und dass der deutsche Erfindergeist einzig dasteht. Beide werden uns dem Endsieg entgegenführen.

Als die drei Soldaten nun unsere Stuben und Spinde sahen, bekamen sie auch Respekt vor uns. Zuletzt sangen wir ihnen einige zackige Soldatenlieder; da glänzten ihre Augen vor Freude, und sie versprachen, bald wiederzukommen.

Peter Offermanns, 6. Schuljahr
KLV-Lager Hotel ‚Zur Forelle‘ in Wölfelsgrund“

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