Überwachung der Essener Lehrer
Am 3. Septeber 1943 werden die Essener Oberstudiendirektoren Fischer, Körholz, Röhrscheidt und Vollmann sowohl von Seiten der NSDAP als auch von der örtlichen HJ als KLV-Hauptlagerleiter als „nicht tragbar“ klassifiziert. Auch Oberstudiendirektor Löscher wird kritisch beurteilt.
Am 17. September 1943 wird auch Studientat Eckardt von der Goetheschule in diese Gruppe eingegliedert und seitens des Oberpräsidiums als Hauptlagerleiter für ungeeignet gehalten.
Am 25. September 1943 begründet der Kreisschulungsleiter der NSDAP den ablehnenden Bescheid zu Dr. Eckardt damit, dass er die formalen Voraussetzungen zur Leitung einer Schule nicht erfülle. Eckardt sei seit 1933 Ortsgruppenamtsleiter der NSV in Katernberg und seit 1936 Schulungsleiter der Ortsgruppe Kaulbachhöhe. Er selbst hatte Eckhardt vorgeschlagen und versucht nunmehr das Argument, in Essen stünden genügend Schulleiter für diese Aufgabe zur Verfügung, zu entkräften:
„a) Röhrscheidt/Goetheschule: Repräsentant der evgl. Gemeinde Rüttenscheid, ewiger Zwist zwischen ihm und der HJ, kann es schulisch verantworten, dass während des Krieges ein ganzes Jahr nicht geturnt wird. Er hat bis jetzt erst 25% seiner Schüler in der KLV.
b) Vollmann/Borbeck: Zentrum. Geringstes Interesse für die KLV; bis jetzt erst 25% im Lager.
c) Fischer/Bredeney: Zentrum. Angehöriger des Katholiken-Komitees 1932. Bis heute in 3 Etappen erst 16% seiner Schüler in der KLV.
d) Körholz/Werden: Alter Zentrumsbonze; bis heute in 3 Etappen 25% in der KLV.
e) Kock/Burggymnasium: Zentrum; bis jetzt erst 16% in der KLV.
f) Engländer/Viktoriaschule: Zentrum; bis jetzt 12% in der KLV.“
Andere Direktoren, die man als Hauptlagerleiter für geeignet erachte, hätten bislang 31, 38 und 50% der Schüler in die KLV verschickt.
Daraufhin wird Direktor Körholz vom Oberpräsidenten am 3. Oktober 1943 zum Lagerleiter in Lech am Arlberg (Goetheschule, Bredeney und Werden) bestimmt und zusätzlich mitgeteilt, dass Eckardt ihn aber als Hauptlagerleiter vertreten dürfe.