Zusammenarbeit zwischen HJ und Landesbauernschaft
Um die praktische Zusammenarbeit zwischen "Jungbauern" und HJ zu organisieren, findet Anfang Oktober 1934 in Bonn eine Arbeitstagung der Abteilung I D des Gebietes Mittelrhein mit den Vertretern der Landesbauernschaft in Bonn statt.
Der Leiter der Abteilung I D, Nettersheim, weist in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, dass die Landesbauernschaft nun Referenten in die Stäbe der HJ entsenden werde, um die HJ "im Sinne des Bauerntums" zu schulen und dadurch "die städtische Jugend dem Land näher zu bringen". Auf der anderen Seit sei auch die Erziehung der Landjugend eine besonders wichtige Aufgabe, weshalb der Zusammenschluss "unbedingt notwendig" sei.
Hauptstabsleiter Herkenrath betont im Anschluss, dass der Stadtjugend "mehr Verständnis für bäuerliches Leben" beigebracht werden müsse und damit die "völkischen Grundlagen des deutschen Volkes" in "Blut und Boden". Zudem müsse man den Jugendlichen die "bevölkerungspolitische Lage in Verbindung mit der Siedlungsgesetzgebung und dem Erbhofgesetz" vermitteln.
Bannführer Weinges, der Leiter der Befehlsstelle West, mahnt anschließend eine "allerengste Zusammenarbeit zwischen dem Referenten für Bauerntum und Siedlung und dem agrarpolitischen Apparat der HJ" an. Dann umreißt er die Aufgaben des Referenten für Bauerntum und Siedlung:
"1. Erfassung der gesamten ländlichen Jugend. Werbung für den Gedanken und die Idee der HJ. Kein Bauernjunge und kein Bauernmädel darf außenstehen.
2. Vertretung und Wahrnehmung aller sozialpolitischen Belange der ländlichen Jugend. Deshalb ist auf das engste von Seiten der Sozialämter der HJ die Verbindung zu schaffen mit den Kreisbauernführern bzw. mit den Ortsbauernschaften und diese Verbindung in den einzelnen Bannen stellt der jeweilige Abteilungsleiter I D dar."
Als wichtige weitere Aufgabe nennt Weinges die "zusätzliche Berufsschulung", denn es komme häufig vor, dass ein Bauer auf seinem Hof die handwerklichen Arbeiten selbst machen müsse und ihm dafür die notwendigen Vorkenntnisse fehlen. Daher würden verschiedene Kurse an den Landwirtschaftsschulen abgehalten, die als Dienst für HJ und Jungbauern gemacht sind und handwerkliches Können vermitteln.
Auch beim BDM gebe es eine zusätzliche Berufsschulung: Haushaltskurse, Koch- und Nähkurse, Säuglings- und Krankenpflegekurse, Kurse zu Fragen des ländlichen Haushaltsbetriebs sowie Geflügel- und Kleintierzucht. Zudem sei an die Einrichtung von Spinn- und Webstuben gedacht sowie an die Pflege von Bauerntrachten und -tänzen.