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Ereignisse
1934
Oktober

Nationalpolitischer Lehrgang in Kettwig

Um die Erziehung der "Staatsjugend" als "Träger des Dritten Reiches" zu unterstützen, also bei der Jugenderziehung mit der HJ am selben Strang zu ziehen, sollen Lehrer in besonderen Schulungslagern "nationalpolitisch" geschult werden. Im Bezirk Düsseldorf befindet sich ein solches Lager in der Fichteschule in Kettwig, im Bezirk Köln ein weiteres in Manderscheid.

Im Oktober 1934 werden etwa 250 Lehrerinnen und Lehrer für eine solche Schulung einberufen. Im Lager in Kettwig wird die Schulung von einem SA-Obertruppführer Fendel geleitet, der es offenbar in ansprechender Form versteht, die Teilnehmer für den von ihm geleiteten Außendienst, Geländesport und die Körperschulung zu motivieren.

Ein Bericht über den Lehrgang im Westdeutschen Beobachter hebt hervor, wie sehr "echte soldatische Ordnung und straffste Lebensweise" zu Kameradschaft und dem Verschwinden von Standesdünkel beitrügen.

Herangebildet werden soll ein neuer Lehrertypus: Der Führer wolle in der Schule "ganze Kerle stehen sehen, keine hochwissenschaftlich eingebildeten Schwächlinge, keine unnatürlichen Streber und berechnende Angeber".

Zum Erreichen dieses Ziels werden die Teilnehmer drei Wochen in graue Drillichanzüge gesteckt und in einem streng durchreglementierten Lagerprogramm geschult. Die "körperliche Schulung" beginnt um 6.30 Uhr mit Frühsport, der für manche der beleibten 45- bis 55-Jährigen eine ziemliche Herausforderung ist. Daran schließt sich später die "geistige Schulung" an, die durch Fachreferenten geleistet wird (Geologen, Historiker und Biologen).

 

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