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Ereignisse
1934
September

Propagandaaktion zur Heimbeschaffung in Köln

Die Sozialen Ämter der HJ versuchen 1934 mit Nachdruck das Problem fehlender Heime für die HJ zu beheben. Zwar können 85 Prozent der Jungen ihre Heimabende in warmen Räumen abhalten, doch handelt es sich dabei meist um Schulräume. In solchen Räumen jedoch, so die HJ am 3. Oktober im Westdeutschen Beobachter, sei es nicht möglich, "den Geist der Kameradschaft und der Gemeinschaft, der die deutsche Staatsjugend als den Vollender des Werkes des Führers beseelen muss, zu erleben".

Um hier Abhilfe zu schaffen, führt der Kölner Stadtbann 53 vom 30. September bis 8. Oktober 1934 eine große Werbeaktion durch.

In dem Rahmen soll jede Gefolgschaft in einem Heimabend den Eltern vorführen, "was ihre Jungen tun und treiben", und an die Eltern appellieren, die HJ bei der Beschaffung geeigneter Räumlichkeiten zu unterstützen.

Die erste Veranstaltung wird vom Unterbann VII/53, der unter der "Heimnot" besonders leide, am 29. September 1934 im Klettenbergrestaurant in Sülz durchgeführt.

Zusätzlich wird die Aktion durch Aufrufe in der Presse unterstützt, unter anderem durch Gauamtswalter Richard Schaller und dem Treuhänder der Arbeit für das Wirtschaftsgebiet Rheinland, Wilhelm Börger.

Höhepunkt der Aktion ist der 6. Oktober, an dem in allen Stadtteilen Propagadamärsche der HJ durchgeführt werden, auf denen die Parole gerufen wird: "Gebt uns Heime!" Unterstützt werden die Märsche durch Führer der Kölner HJ, die auf Plätzen zur Bevölkerung sprechen. Überdies fährt ein Lastwagen der HJ mit Trommeln und Fanfaren durch die Straßen und unterstützt die Aktion.

Die Aktion zeigt einigen Erfolg. So sagt die Evangelische Gemeinde Köln-Bayenthal zu, der HJ in den drei Gemeindehäusern, die sie in den nächsten drei Monaten errichten möchte, Räume zur Verfügung zu stellen. Zudem werden der HJ von Privat und von Kölner Firmen Möbel gestiftet.

Auch aus Ehrenfeld wird Erfolg vermeldet, hier allerdings nicht als direkte Folge der Werbeaktion, sondern als Folge der Bemühungen des Führers der Gefolgschaft 4 des Ehrenfelder Unterbanns II/53, Gefolgschaftsführer Krauskopf. Ihm ist es gelungen, für jede einzelne Kameradschaft ein Heim zu beschaffen: In der Heliosstraße stellt die Reichsbahn einen Torbogen zur Verfügung, in der Leyendeckerstraße entsteht durch Eigenleistung ein Heim, das ehemalige Gaswerk in der Oskar-Jäger-Straße stellt einige Räume zur Nutzung bereit, und im Schillergymnasium in der Barthelstraße erhält die HJ einen großen, im "HJ-Geist" ausgestatteten Raum.

Im Oktober wird zudem auf dem Fröbelplatz ein neues Heim eingeweiht. Bei der Feier, auf der sich Gefolgschaftsführer Krauskopf gleichzeitig von den Jungen verabschiedet, da er einen Unterbann übernimmt, übergibt Unterbannführer Göbbels das Heim seiner Bestimmung. Bannführer Küch spricht anschließend von der "Heimnot der HJ" und mahnt dazu, der HJ "einfache, aber gesunde Räume" zur Verfügung zu stellen.

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