Ziele des HJ-Funks
Ein mit der Überschrift "Hitler-Jugend-Funk ist Volkskunst" überschriebener Artikel im Westdeutschen Beobachter zeigt am 15. September 1934 die Ziele des HJ-Funks auf. Dem Rundfunk vor 1933 wird vorgeworfen, nur Sendungen über exotische Themen gebracht zu haben und der Jugend kein Mitwirkungsrecht eingeräumt zu haben. Die Jugend habe seinerzeit allerdings auch noch kein "einheitliches, geschlossenes Bild" geboten, sondern sei in "Gruppen aller Art und Größe zersplittert" gewesen.
Nach dem Zusammenschluss der deutschen Jugend in die HJ sei aber auch der Jugendfunk geworden, was er deutscher Jugend sein soll: Schulung und Erlebnis zugleich. Im Rundfunk gestalte sie nun, was sie bewege. Dabei schöpfe sie aus dem "ewigen Born lebendigen Volkstums". Das Volk habe die Sendungen des HJ-Funks mit am liebsten. Die Jugend als "Born völkischer Kraft und Erneuerung, als sprudelnder Lebensquell" sei der "sicherste und zuverlässigste Garant eines zeit- und lebensnahen Volksrundfunks überhaupt".
Als Besonderheit des HJ-Funks werden die Reportagen vor Ort vorgestellt. Statt im Sendesaal würde die HJ in die HJ-Heime gehen. Dabei gehe man planmäßig und einheitlich vor. Im Winter 1934/35 werde man beispielsweise am Reichssender Köln hauptsächlich Schulungssendungen bringen.
Der Kritik, manche Sendung des HJ-Funks wirke "unfertig" und "unreif" wird entgegnet, es sei möglich, dass manches nicht immer "ausgeglichen" sei, doch dies könne der "stofflichen, inhaltlichen Güte" nichts anhaben. Eine "formkünstlerische Jugendfunksendung" würde von der Jugend gehasst. "Ausdruck und Seele sind ihm alles, die Form sagt ihm nichts dabei. Nicht darauf kommt es ihm an, etwas nur gut und schön darzustellen, sondern Erlebtes erlebnisstark weiter zu vermitteln."