HJ verteidigt ihren Totalitätsanspruch
Als Reaktion auf den Artikel "Die Jungen und die Alten" in der "Neuen Zeit" veröffentlicht die HJ Mittelrhein am 6. September 1934 im Westdeutschen Beobachter einen Artikel "Hitlerjugend hat das Wort!", in dem sie dem Vorwurf, es gebe ein "Generationsproblem" begegnet, indem sie ihre Arbeit und ihr Selbstverständnis deutlich macht. Dabei betont sie den Anspruch der HJ, "die deutsche Jugend schlechthin zu sein" und verweist darauf, dass die Organisation nach der Machtübernahme in kurzer Zeit auf sechs Millionen Mitglieder angewachsen ist.
Zudem wird auf die Leistungsfähigkeit der HJ verwiesen. So habe sie es geschafft, ein Veranstaltung wie den "Grenzlandaufmarsch" mit 100.000 Teilnehmern "aus eigener Kraft" zu organisieren. Auch werde sehr viel Schulung betrieben, vor allem in körperlicher, doch auch in weltanschaulicher und politischer Hinsicht.
Die "freiwillige Pflichterfüllung in der HJ" und die "unbedingte Unterordnung unter den Führerkameraden" würden es für die Jungen auch zur Selbstverständlichkeit werden lassen, sich diszipliniert in Schule und Familie einzuordnen. Manche Hitlerjungen hätten sich "unnötigerweise in Gegensatz zu Eltern und Lehrer" gestellt, doch nur weil sie nicht begriffen hätten, was die HJ-Führung eigentlich von ihnen fordere. Auf der anderen Seite würden sich auch manche Lehrer und Eltern auf ihr "Vorrecht" in der Erziehung klammern, doch müssten sich Schule und Elternhaus endlich "organisch in die neu werdende Nation einfügen".