Soziales Amt des Gebietes Mittelrhein kümmerrt sich um Lehrstellen und Erwerbslose
Das Soziale Amt des Gebiets Mittelrhein bemüht sich intensiv um die Behebung der Arbeitslosigkeit. Dabei werden Mitglieder der HJ immer stärker bevorzugt.
Für die schulentlassenen Jugendlichen gibt die Reichsjugendführung im August 1934 einen Fragebogen heraus, auf dem der HJ-Führer die "Kennzeichnung" eines Jungen eintragen soll, "wie er ihn auf Fahrten, Heimabenden, kurz in der Gemeinschaft beobachten konnte". Der HJ-Arzt und der Schularzt geben ebenfalls ihr Urteil ab. Der Bogen geht anschließend an die Berufsberatung, die auf dieser Grundlage in die Prüfung der Berufseignung eintritt und dem Jungen anschließend eine offene Lehrstelle vermittelt.
Die HJ im Gebiet Mittelrhein habe sich gemeinsam mit den örtlichen Arbeitsämtern besonders stark um die Werbung dieser Lehrstellen bemüht und es sei gelungen, seit Herbst 1933 etwa 15.000 bis 16.000 Jungen unterzubringen, von denen über 50 Prozent der HJ angehörten.
Zudem wird darauf verwiesen, dass sich das Gebiet um die arbeitslosen, schwer vermittelbaren Jugendlichen kümmere. Damit sie ihrem Beruf verbunden blieben und "gleichzeitig das niederdrückende Gefühl verlieren, überflüssig zu sein" habe man in Köln-Ehrenfeld ein Werklager eingerichtet. Zudem seien in Köln, Bonn und Aachen viele Erwerbslosenkurse abgehalten worden.
Überdies habe sich das Soziale Amt in die Landhilfe eingeschaltet und wirke Landflucht und der Überflutung der Großstadt entgegen. Etwa 10.000 bis 12.000 Jugendliche seien in letzter Zeit der Landhilfe zugeführt worden, von denen nur wenige im Herbst zurückkehren würden. Die meisten würden bei ihrem Bauern bleiben, siedeln oder ein ländliches Handwerk betreiben.
Auch die Mädchen würden durch Umschulungslager und dem "Erlebnis der Gebundenheit an das Land" erfasst. So würden erwerbslose "Hitlermädchen" auf dem Lande "verankert".