Ausländische Jugendliche zu Besuch in Deutschland
Im Sommer 1934 sind zahlreiche ausländische Jugendgruppen in Deutschland unterwegs, teils auf Einladung der Reichsjugendführung, teil aus eigenem Antrieb. Zudem gibt es in den Jugendherbergen viele ausländische Gäste.
Der Westdeutsche Beobachter schreibt dazu am 22. August 1934, dass diese Gäste einen ganz anderen Eindruck von Deutschland erhielten, als es die ausländische Presse "tagtäglich in erregter Weise" verbreite. Viele seien gekommen, um sich selbst ein Bild zu machen und seien nun verwundert, wie "ruhig und einmütig" alles in Deutschland sei.
In den Jugendherbergen würden die ausländischen Jugendlichen abends von Gruppen der HJ umlager, die sich von dem "verzerrten Bild, das das Ausland über Deutschland entwirft" berichten lassen. Es könne keine Rede davon sein, dass die ausländischen Jugendgruppen nur dahin geführt würden, wo alles in Ordnung sei. "In Deutschland ist nichts vorhanden, was fremden Blicken entzogen werden müsste. Wir haben nur den Wunsch, dass noch recht oft ausländische Jugend unser Vaterland besucht, damit aus diesem Sichkennenlernen ein besseres Verstehen und Einvernehmen erwachse.".