Einführung des Leistungsbuches der HJ
Im August 1934 wird von der Abteilung E (Jugendertüchtigung) der Reichsjugendführung in der HJ ein Leistungsbuch eingeführt. Baldur von Schirach schreibt dazu:
"Körperliche Ertüchtigung ist keine Privatsache des einzelnen. Die nationalsozialistische Bewegung befiehlt den ganzen Deutschen in ihrem Dienst.
Dein Körper gehört deiner Nation, denn ihr verdankst du dein Dasein. Du bist ihr für deinen Körper verantwortlich.
Erfülle die Forderungen dieses Leistungsbuches, und du erfüllst die Pflicht gegen dein deutsches Volk."
Das Leistungsbuch dient als "Nachweis der körperlichen und geistigen Ertüchtigung des einzelnen Junggenossen" und enthält darüber hinaus eine Beurteilung durch den jeweiligen HJ-Führer. Die "geistige Einstellung des Kameraden zum Nationalsozialismus und zu den Problemen seiner Zeit" werde auf den Heimabenden festgestellt, die körperlichen Fähigkeiten seien in drei Leistungsprüfungen mit 16., 17. und 18. Jahren auszuweisen. Hinzu kommt die Teilnahme an Lehrgängen, Lagern, Wettkämpfen und so weiter. Das Leistungsbuch vermerkt sämtliche Leistungen und auch die "Schwächen", die noch zu überwinden sind. Gleichzeitig ist es ein "genauer Dienstausweis" über jedes Jahr in der HJ.
"So dokumentiert die Hitler-Jugend mit diesem Leistungsbuch, dass sie gewillit ist, ihre Schulung nicht auf die weltanschauliche und politische Erziehung zu beschränken, sondern dass sie aus der Erkenntnis heraus, dass die Zukufunft ein gesundes und starkes Geschlecht braucht, ihren Körper in harter und disziplinierter Zucht auf die großen Aufgaben der Zukunft vorbereitet. Keine Rekordhascherei, keine Soldatenspielerei treiben wir auf den Sportplätzen, sondern aus dem tiefen Gefühl unsrer Verantwortung für das kommende Reich heraus arbeiten wir sowohl geistig wie auch körperlich unablässig an uns. So stellen wir der Nation das neue Geschlecht."