BDM wirbt um Bauernmädchen
Auf dem Land hat der BDM vor allem bei Mädchen aus bäuerlichen Famlien noch wenig Anhänger. Als Grund für das Fernbleiben wird meist angegeben, dass die Zeiten für Wanderungen und Heimabende zu ungünstig liegen und dass sie nicht zu den anderen passen.
Aus Sicht des BDM ist dieses Gefühl, zurückgesetzt zu werden, hauptsächlich dem Bauern selbst geschuldet, da er nicht mehr den Mut gehabt habe, innerlich und äußerlich Bauer zu sein, sondern den Städter nachgeahmt habe. So sei dem Bauern der Boden fremd geworden, doch auch "die Welt der andern" sei ihm "trotz aller Annäherungsversuche" fremd geblieben.
Um hier ein Umdenken zu bewirken und die "Bauernmädel" besser zu erreichen, setzt der BDM ab Sommer 1934 in jedem Untergau eine Bauerntumsreferentin ein, die selbst aus dem bäuerlichen Milieu kommen muss. Ihre Aufgabe ist es, die Ansichten und Forderungen der "Bauernmädel" zu vertreten, in den Schulungskursen der Stadt über die Bauernmädchen zu sprechen und in denen auf dem Land über die "Stadtmädel" zu referieren. Ziel ist, dass sich "Stadt- und Landmädel verstehen lernen".
Zudem sollen die Bauerntumsreferentinnen günstigere Zeiten für alle Veranstaltungen erwirken, an denen Bauernmädchen teilnehmen möchten.