Ziele des Reichsbundes für Leibesübungen
Am 25. Juli 1934 findet in Nürnberg der erste Kongress des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen statt, auf dem Reichssportführer von Tschammer und Osten eine Grundsatzrede hält.
Darin geht er davon aus, dass Sport immer zugleich die Haltung einer Zeit wiederspiegelt und folglich der Nationalsozialismus die Grundlage für die "deutschen Leibesübungen" bilden muss. Sport müsse nun nach einer einheitlichen Auffassung getrieben und von "politischen und soldatischen Führern" aufgebaut werden. In dem Zusammenhang verweist er auf zwei Erlasse Hitlers vom 14. Dezember 1933 und vom 27. Juli 1934.
Als erste Aufgabe des Reichssportführers sieht von Tschammer und Osten - ganz im Sinne des nationalsozialistischen Totalitätsanspruchs - die "Machtverantwortung und Führung in einer Hand zu vereinigen". Zweite Aufgabe sei die "Erziehung zu neuen Anschauungen und zu neuem Leben in den Leibesübungen".
Dies erfordere eine neue Organisation. So sei in nächster Zeit eine Vereinbarung mit dem Reichsminister für Erziehung, Wissenschaft und Volksbildung zu erwarten. Zudem werde durch einen Referenten im Stab des Reichssportführers die Verbindung zum Arbeitsdienst hergestellt. Die wichtigste Vereinbarung der letzten Tage sei jedoch diejenige, die zwischen dem Reichssportführer und dem Reichsjugendführer getroffen worden sei. Damit werde der Reichssportführer bei der Durchführung der Leibesübungen der HJ "maßgeblich beteiligt und gehört". Zu dem Zweck werde ein Vertrauensmann des Reichssportführers in die Abteilung E der Reichsjugendführung eintreten.
In dem Zusammenhang fordert von Tschammer und Osten, dass die Jugendlichen des Reichsbundes für Leibesübungen Mitglieder der HJ sein müssen. Neuaufnahmen von Jugendlichen in die Vereine werde von der Mitgliedschaft in der HJ abhängig gemacht.
Die "Grundschule der Leibesübungen der HJ" wird in "engster Zusammenarbeit mit dem Reichssportführer" durchgeführt. Die von der HJ eingegliederten Vereine bleiben weiterhin Mitglied der zugehörigen Turn- und Sportvereine. Die HJ verzichtet auf Reihenspiele und Meisterschaftskämpfe. Ausnahmen müssen mit dem Reichssportführer abgesprochen werden.
Zur "Unterstützung der Vereinheitlichung der Leibesübungen im ganzen deutschen Volk" hält der Reichssporführer die Mitgliedschaft der HJ in den Vereinen des Reichsbundes für Leibesübungen für "erwünscht".
Im Anschluss umreißt von Tschammer und Osten die "Gestaltung des Reichsbundes für Leibesübungen".