Westbund gibt Eingliederung bekannt
Einen Tag nach dem Evangelischen Jugendwerk muss auch der Westbund seine Niederlage eingestehen. Er gibt durch Bundeswart Juhl die nun endgültig feststehende Eingliederung in die Hitlerjugend mit folgendem Rundschreiben bekannt:
„Der Staat hat gesprochen. Der Wille des Führers ist klar. Wir wollen beweisen, dass wir keine Sabotage treiben, sondern immer die Einheit der deutschen Jugend gewollt haben, auch da, wo man uns es nicht glaubte. Das beweist unsere nunmehr getroffene Stellungnahme, in voller Einmütigkeit der Führerschaft unseres Werkes, die ich in dem beigefügten Rundschreiben des Führerrates und Ringes der Ämter allen Vereinen und Kreisverbänden unverzüglich weitergebe.
Wir sind uns dessen klar bewusst, dass diese Stellungnahme einen völligen Umbau unseres Werkes bedeutet. Aber wir legen im Glauben die Hand an diesen Umbau, zugleich in der freudigen Überzeugung, dass wir auf dem von uns beschnittenen Wege auch jeden Schein einer Konkurrenz mit der H.J. zerschlagen und uns sogar noch größere Beschränkungen selbst auferlegen, als der Vertrag von uns fordert. Und zwar tun wir es, um so die Möglichkeit einer wirklichen Befriedung und Einheit der deutschen Jugend zu schaffen und endlich, soweit es an uns ist, den monatelangen Streit mit der H.J. zu überwinden.
Sämtliche Mitglieder unserer Gruppen im Alter unter 18 Jahren haben sich jetzt baldigst nach Rücksprache mit ihren Eltern zu entscheiden, ob sie Mitglieder der H.J. bezw, des D.J. werden wollen, und sich dann sofort anzumelden in der Weise, wie es das beiliegende Rundschreiben vorschreibt.
Je größer unser Verzicht, umso größer ist und bleibt unsere Aufgabe und unser Auftrag: das Evangelium in neuer Treue, mit neuen Zungen und - Gott gebe - mit neuer Vollmacht und neuer Freudigkeit der gesamten deutschen Jugend zu bringen, zum Segen für Volk und Kirche, zum Aufbau von Staat und Reich. Dazu helfe uns Gott, der unser Werk im Wandel der Zeit so oft und reich gesegnet. Dazu weise Er uns ins neue Land, das wir an dieser Wende mit demütigem und mutigem Glauben betreten.
Von der Amtsträgerschaft unseres Werkes erwarten wir heute doppelte Treue. Ihr besonders und ebenso unserer gesamten Jugend danken wir für die bisherige tapfere Gefolgschaft. Alle grüßen wir - bis zu baldigen weiteren Weisungen - mit dem Lutherwort:
‚So müssen wir nun gewiss sein, dass die Seele kann alles Dinges entbehren ohne das Wort Gottes (d.h. nur das Wort Gottes nicht!), und ohne das Wort Gottes ist ihr mit keinem Ding geholfen.‘“