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Ereignisse
1934
März

Pfarrer des Dekanats Duisburg protestieren

Am 16. März 1934 wird den Pfarrern in Duisburg der Text der Verkündigung zugestellt, die am 18. März 1934 von den Kanzeln im Stadtgebiet verlesen werden soll. Sie lautet:

„Die gesamte katholische Geistlichkeit unseres Dekanates Duisburg sieht sich veranlasst, folgendes zu verkünden:

Wir stehen nicht an, feierlichst zu erklären, dass tiefe Sorge uns Geistliche insgesamt erfüllt um unsere katholische Jugend. Zahlreiche Vorkommnisse der letzten Zeit - auch in unserer Stadt -sagen uns nur zu deutlich, dass die Spannungen gegen unsere katholische Jugend stärker und stärker werden; junge unerfahrene Menschen maßen sich behördliche Rechte an, stören gewaltsam die ruhige feine Arbeit unserer Jugendgruppen, nehmen Heime in Beschlag, bekleben unsere Kirchen und Vereinshäuser, haben keine Achtung vor dem Eigentum des Nächsten und gehen tätlich gegen andere Jugendliche vor, die nicht ihrer Gesinnung sind.

Wir Geistlichen also erklären hiermit am heutigen Sonntag, im Angesichte unseres Herrn und Heilandes, der heute zur besonderen Anbetung und Danksagung auf allen Altären Deutschlands thront, dass wir mit ganzem Herzen zu unserer tapferen katholischen Jugend -Jungen sowohl wie Mädchen - stehen, dass wir volles Verständnis für ihre Nöten und Bedrängnisse haben und tagtäglich für sie beten, damit Gott der Herr sie stärke und schütze und unserem lieben deutschen Vaterlande seinen Segen und Frieden schenke. Katholische Jugend! Glaubt es euren Priestern! Eure Sorgen sind unsere Sorgen, eure Schwierigkeiten sind unsere Schwierigkeiten! Lasst nicht nach im Kampfe für euren hl. katholischen Glauben, eure katholische Überzeugung! Bewahrt aber auch weiter tapfer und treu Ordnung "und Disziplin trotz aller ungerechten Angriffe und Belästigungen»

Alle katholischen Eltern bitten wir herzlichst, Verständnis zu haben für die Nöte ihrer Kinder in dieser Zeit und ihnen durch besondere Liebe, durch stärkeres Gebet und durch doppelte Fürsorge in der Familie in diesen Tagen zu helfen.

Wir alle hoffen zu Gott, dass in unserem Vaterlande recht bald wieder ein volles gegenseitiges Verstehen des ganzen Volkes und Liebe und Eintracht unter allen Volksgenossen herrsche, in Verwirklichung des Wortes unseres Heilandes, das er in der Stunde der Einsetzung des allerheiligsten Altarsakramentes und in der Stunde seines Abschiedes von seinen Aposteln sprach: ‚Liebet einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran soll die Welt erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt.‘ (Joh. 13, 34, 35.)“

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