Werbung für Umquartierung
Am 19. Juni 1943 druckt der „Westdeutsche Beobachter“ einen Artikel, in dem Autorin Hilde Linß-Hürter auf die Frage „Soll ich mich mit meinen Kindern umquartieren lassen?“ den (fiktiven?) Brief einer Frau, die ihren Mann bittet, die Frage einer Umquartierung für sie zu entscheiden. Einerseits soll das Kind in Sicherheit gebracht werden, andererseits fürchtet die Frau, in den Augen ihres Mannes als feige zu erscheinen. Der Mann, dessen Brief ebenfalls zitiert wird, rät zur Umquartierung, „denn das Beste, was ich besitze, seid ihr zwei, du und das Kind“.
Dieses Beispiel soll allen unentschlossenen Familien eine Entscheidungshilfe zugunsten der Umquartierung bieten. Vor allem wird auf die Gefahren hingewiesen, denen die Kinder körperlich und seelisch ausgeliefert sind: „Allein die nächtlichen Ruhestörungen, Schockeinwirkungen und die Bilder einer zerstörten Stadt beeindrucken das kindliche Gemüt und stellen eine schwere Belastung für das Nervensystem der Kinder dar." Hingegen verwandle die Umquartierung bzw. die KLV die Kinder wieder in "blühende, gesunde und stabile Jungen und Mädel.“
Im Sozialamt für Fliegergeschädigte ist eine Beratungsstelle eingerichtet worden. Der Artikel erläutert Sammeltransporte, Verwandtenhilfe und Einzelreisen als Umquartierungsmöglichkeiten.