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Ereignisse
1943
März

Aufstellung der SS-Division „Hitler-Jugend“

Am 1. März 1943 erlässt Reichsführer SS Himmler für die geplante Aufstellung der SS-Division „Hitler-Jugend“ folgende Richtlinien:

„1. Die Schwierigkeit bei der Aufstellung der Division beruht im totalen Mangel an Führern und Unterführern. An Führern müssten ungefähr 500 bis 600, an Unterführern 3-4000 vorhanden sein, bzw. beschafft werden.

2. Die Schwierigkeiten wären schon um ein großes Stück geringer, wenn es möglich wäre (was wohl nicht der Fall ist), die künftige Schwester-Division, die Division „Leibstandarte-SS Adolf Hitler“ heute herauszuholen und auf einen Truppenübungsplatz zu verbringen. Ebenso die 20 000 für die Division ausgesuchten Freiwilligen, so dass nun die Leibstandarte die Ausbildung dieser 20 000 und die Ausbildung der Unteroffiziere vornehmen könnte. Die Durchführung dieses Planes ist in den nächsten 4-5 Monaten mit Gewissheit nicht möglich. Wir müssen deshalb Aushilfen nehmen.

3. Zur Schaffung eines Unterführerkorps ist als erstes notwendig, aus dem jetzt geworbenen Jahrgang 1925 4000 besonders dafür taugliche HJ-Führer nach Abschluss ihrer Rekrutenausbildung auf die Unterführerschulen zu nehmen und sie dort im Verlauf von 4 Monaten zu guten Unterführern auszubilden. Mit ihnen können wir also bis Ende September rechnen.

4. Die 20.000 Freiwilligen des Jahrganges 1926 müssen, damit wir keine Zeit verlieren, auf einen Schlag in die Wehrertüchtigungslager einberufen werden. Der Sinn des Wehrertüchtigungslagers kann in diesem Fall, nachdem wir zu wenig Unterführer und vor allem fast keine mit der Waffe ausgebildeten alten Unteroffiziere haben, nur der sein, die 17-jährigen Jungen aus ihrem häuslichen Milieu herauszuholen, sie an die künftige gemeinsame Kameradschaft zu gewöhnen, sie zunächst waffenlos auszubilden, körperlich abzuhärten, ernährungsmäßig zu kräftigen und sie in diesen 4 Wochen weltanschaulich und geistig zu erziehen und vorzubereiten.

Um diese Einberufung von 20.000 Jungen in die Wehrertüchtigungslager auf einmal zu ermöglichen, hat die Reichsjugendführung in Aussicht gestellt, Hilfsausbilder in Stärke von 1.500 Mann (HJ-Führer ebenfalls aus dem Jahrgang 1925) zur Verfügung zu stellen.

Zu deren Verstärkung kann, wenn notwendig, für die Dauer dieser 4 Wochen ein Teil des Ausbildungspersonals oder auch das ganze Ausbildungspersonal der 38 Wehrertüchtigungslager der SS zusätzlich genommen werden. Die Schließung dieser Wehrertüchtigungslager während dieser 4 Wochen muss dann eben in Kauf genommen werden. Nicht geschlossen werden dürfen während dieser Zeit die Germanischen Wehrertüchtigungslager.

5. Der Termin des Einrückens der 20.000 Freiwilligen in die Wehrertüchtigungslager wäre der 1. Mai. Die Unterkunftsfragen müssen bis dorthin geregelt sein. Uniform und Ausrüstung ist schon für diese Wehrertüchtigungslager von der Waffen-SS zu stellen.

6. Am 1.6. müssen diese 20.000 Mann in die Kasernen der Waffen-SS einrücken. Eine Zusammenziehung auf einen Truppenübungsplatz - die am idealsten wäre - ist mangels der dafür notwendigen Ausbilder nicht möglich.

Es muss folgendes ermöglicht werden:

An jedes Ausbildungs-Bataillon der Waffen-SS wird für die Dauer von 8 Wochen ein Ausbildungsbataillon „Hitler-Jugend“ angehängt. Mit demselben Ausbildungspersonal müssen in dieser Notzeit zwei Bataillone ausgebildet werden. Diese Ausbildung soll die Grundausbildung der ersten 12 Wochen umfassen und würde sich über die Monate Juni, Juli und August erstrecken.

7. Nach Abschluss dieser Ausbildungszeit sind die Ausbildungs-Bataillone „Hitler-Jugend“ auf einen Truppenübungsplatz zusammenzuziehen. Ich strebe an, dass bis dorthin die Leibstandarte zur Heranbildung dieser Division und damit zur Schaffung des Korps „Leibstandarte“ auf denselben Truppenübungsplatz oder in dieselbe Gegend (Frankreich) aus der Ostfront herausgezogen wird. Unter Umständen lässt sich die unter Punkt 3. erwähnte Ausbildung der 4000 Unterführer schon zu diesem Zeitpunkt beenden. Zwischen Division „Leibstandarte“ und Division „Hitler-Jugend“ muss dann ein Austausch der Unterführer erfolgen, damit beide Divisionen in gleichem Maße fronterfahrene und nicht fronterfahrene Unterführer besitzen.

8. Die 1500 Hilfs-Ausbilder der Wehrertüchtigungslager des Jahrganges 1925 werden ebenfalls am 1.6. eingezogen, machen ihre 8 Wochen Rekrutenzeit durch und sind dann wir ihre 4000 Kameraden des Jahrganges 1925 auf die Unterführerschule zu nehmen. Sie werden der Nachersatz an Unterführern für das Korps „Leibstandarte“.

9. Zum Zeitpunkt des Zusammentritts der Division „Hitler-Jugend“ ist die Versetzung tunlichst auch der in der Waffen-SS dienenden SS-Führer, die zugleich HJ-Führer sind, in die Division „Hitler-Jugend“ vorzubereiten und durchzuführen.

10. Die rund 600 HJ-Führer, die zur Zeit als Unterführer in der Waffen-SS dienen, sind sofort aus ihren Verbänden herauszuziehen und in einem Kriegsschullehrgang für 4 Monate als Reserveführer heranzubilden. Sie erwerben jedoch mit diesem Lehrgang die Berechtigung, aktiver Führer zu sein, genauso wie die Junker der aktiven Junkerschulen. Die kürzere Dauer des Lehrgangs kann bei ihnen wegen ihrer Ausbildung als HJ-Führer in Kauf genommen werden.

Aus diesen ist bis zum Oktober im großen der Einsatz für die aus der Division „Leibstandarte“ zur Division „Hitler-Jugend“ zu versetzenden fronterfahrenen SS-Führer sowie der Ersatz für die aus den anderen Verbänden der Waffen-SS zur Division „Hitler-Jugend“ versetzten SS-Führer und HJ-Führer (siehe Punkt 9) zu nehmen. Außerdem ergänzen sie selbstverständlich das Führerkorps der Division „Hitler-Jugend“.

11. Die Reichsjugendführung gibt uns laufend die Namen ihrer HJ-Führer, die sich als wiedergenesende verwundete Reserve-Offiziere in den Ersatz-Truppenteilen des Heeres in der Heimat befinden, bekannt. Ebenso gibt sie uns die Namen der HJ-Führer an, die Reserve-Offiziere sind und zu den 1500 Werbe-Offizieren des Heeres gehören. Der Chef des SS-Personalhauptamtes bemüht sich, diese von der Armee abgestellt zu bekommen. Ich selbst werde diese Frage dem Führer vortragen.

12. Die Ersatz-Truppenteile der Division „Hitler-Jugend“ sind ohne Ausnahme in den Gau Kärnten, und zwar nach Oberkrain zu verlegen.“

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