Überheblich oder selbstbewusst?
Der „Westdeutsche Beobachter“ druckt am 2. Januar 1943 einen „Angabe und Selbstbewusstsein“ überschriebenen Artikel, der um Verständnis für das offenbar nicht selten überhebliche Auftreten von HJ-Führern wirbt und die angebliche Erziehung durch den HJ-Dienst betont.
Demnach habe eine Mutter dem WB-Autor gegenüber zunächst das rücksichtslose und „selbstherrliche“ Auftreten der Jugend kritisiert, sei dann jedoch durch die Tapferkeit ihres Sohnes an der Front eines Besseren belehrt worden. Sie habe diese Erfahrung dem Verfasser mitgeteilt und ihm einen Artikel aus der HJ-Zeitschrift „Junge Welt“ geschickt, der ihre neue Einstellung wiedergebe.
Demnach biete die HJ den idealen Rahmen, um die beginnende Selbstbestimmung junger Menschen in die gewünschten Bahnen zu lenken. Die frühe Übernahme von Befehlsgewalt führe nur in Ausnahmefällen zu Überheblichkeit; im Allgemeinen bilde der HJ-Dienst beim Jugendlichen nur ein gesundes Persönlichkeitsbewusstsein aus.