KJMV-Generalpräses zur Ermordung des DJK-Führers
Am 11. Juli 1934 äußert sich KJMV-Generalpräses Ludwig Wolker zur Ermordung des Leiter der Deutschen Jugendkraft (DJK) Adalbert Probst. Wolker teilt den Diözesanpräsides, Kreispräsides und Geschäftsstellen der DJK und der Stammverbände mit:
„Wir haben die traurige Pflicht, Ihnen die Nachricht zu übermitteln: Herr Adalbert Probst, der Reichsführer der DJK, ist tot.
Probst wurde am 1. Juli, abends 8 Uhr, in Braunlage, wo er sich bei einem Besuch bei Generalpräses Wolker auf telefonischen Anruf bereitgehalten hatte, verhaftet und in einem Auto weggebracht.
Nach mehrtägigen Ermittlungen, die zugleich im Auftrag der kirchlichen Behörde geführt wurden, erhielt der Generalpräses gestern von dem Leiter der Auskunftsstelle der Geheimen Staatspolizei die amtliche Mitteilung:
‚Herr Probst ist auf der Flucht erschossen worden.‘
Zugleich erhielt der Generalpräses den Auftrag, die Angehörigen zu benachrichtigen. Nähere Mitteilungen waren noch nicht zu erlangen. Wir alle wissen um die treudeutsche und treukatholische Gesinnung des Verstorbenen, wie über seine hingebende Arbeit für Kirche und Vaterland. Wir stehen in stummer Trauer und beten für ihn.
Wir bitten alle unsere priesterlichen Mitarbeiter, für den Verstorbenen eine heilige Seelenmesse zu lesen. Wir bitten alle Mitglieder, im Gebet seiner eingedenk zu sein.
Um die Familie des Verstorbenen, der Frau und Kind hinterlässt, werden wir besorgt sein. Diese Nachricht möge in der gleichen Kürze und ohne jeden Zusatz an die Abteilungen der DJK und die Dienststellen der Stammverbände weitergegeben werden, um wilde und unrichtige Gerüchtebildung zu verhindern. In die Presse darf nichts gegeben werden, bevor nicht weitere Nachricht durch uns erfolgt.
Alles für Deutschland! Deutschland für Christus!
In Trauer und Treue!“