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Ereignisse
1934
April

Erziehertagung der HJ in Köln

Am 29. April 1934 findet in Köln eine Erziehertagung der HJ statt, an der alle Oberbannführer, Gebietsführer und deren Jungvolkführer sowie alle Junglehrer, die in HJ und DJ tätig sind, teilnehmen. Thema der Tagung ist das Verhältnis von HJ und Schule.

Mit dieser Tagung, so der Westdeutsche Beobachter in einem Bericht am 1. Mai 1934, habe die HJ "die Erneuerung des deutschen Schulwesens begonnen". Zentraler Redner der Tagung ist Obergebietsführer Lauterbacher, der ein klares Bekenntnis der Schulen zum Nationalsozialismus fordert: "Die Gesinnung des Trägers unserer Schulen ist entscheidend, und somit die Forderung nach dem nationalsozialistischen Lehrer und der nationalsozialistischen Schule nur eine Folgerichtigkeit." Die Auswahl des Lehrernachwuchses vollziehe sich in der HJ, in der in erster Linie nicht "Wissen oder Können, sondern die Führerqualitäten" entscheidend seien. Heutige Lehrer, die noch "Patriotismus machen" mit "Heil-Dir-im-Siegerkranz-Programmen" seien eine "Unmöglichkeit", denn die Jugend sei keine "Kaiserjugend" mehr, sondern lebe in einer neuen Welt. Sie verlange daher "den Führer im Lehrer, der auf Wanderung in der Jugendherberge nicht seine Extrasuppe bekommt und im Einzelzimmer schläft, sondern als Kamerad unter Kameraden lebt".

Als zweite wesentliche Voraussetzung für den Lehrerberuf stellt Lauterbacher neben der Führerqualität das "Fronterlebnis" heraus, "dessen Vermächtnis die Jugend als Erbin auf ihren Fahnen" trage. "Der Geist der Front, der Mut zum heroischen Einsatz muss Grundlage allen Handelns und Grundlage jeder Erziehung werden."

Die Schule, so Lauterbacher weiter, müsse Schritt für Schritt neu gebaut werden und eine "lebendige Schule des Lebens" werden. Daher dürfe sie weder von einer "überkommenen Vergangenheit" noch von einer Konfession bestimmt sein, sondern müsse sich auf die "durch den Nationalsozialismus bestimmte Jugend" einstellen und Werte wie Treue, Gemeinschaft, Verschwiegenheit, Einsatzbereitschaft und einen gesunden Körper fördern. Die Vermittlung des Wissens müsse auf das Maß beschränkt werden, "das notwendig ist, das Leben zu meistern".

Anschließend hält noch ein Studienrat, Raßhofen, eine Rede, in der er das Verhältnis von Schule und HJ beleuchtet und ebenfalls einen neuen Lehrertypus und eine neue Schule fordert.

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