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Ereignisse
1934
April

Musikerziehung in der HJ

Der Musikreferent im Stab der Obergebietsführung West, H. W. Schmidt, veröffentlicht am 18. April 1934 im Westdeutschen Beobachter einen Artikel zur "Musikalischen Erziehungsarbeit in der HJ", in dem er "nationalsozialistische Erziehung, wehrsportliche Ausbildung und musische Bildung" als Grundlagen der Arbeit der HJ nennt. Letztere habe dabei eine Bedeutung, "die nicht von außen her durch irgendwelche Maßnahmen aufgezwungen" sei, "sondern die in der Jugend lebt als Ausdruck ihres Lebensgefühls". Der neue Lebensstil erziehe zur Musik. Damit sei die Musik in der HJ "Boden für eine Volkskunst".

Als Hauptaufgaben der Musikberatung nennt Schmidt das Volksliedsingen und wirbt in dem Zusammenhang für die verbesserte Auflage des Liederbuches des Obergebietes West ["Uns geht die Sonne nicht unter"] als ein "Volksliederbuch". Hier finde man alte und neue Handwerkerlieder, Lieder über alte deutsche Städte und Zünfte, Balladen und "Kampflieder".

Für die musikalische Gestaltung der Feste des Jahres und der "Feiern der Erinnerung" misst Schmidt den Musikantenscharen eine besondere Bedeutung zu. Sie sollten nicht um der künstlerischen Leistung willen musizieren, sondern "um das Erlebnis der Gemeinschaft durch Ausdrucksmöglichkeit der Musik zu steigern".

Wichtig ist Schmidt, dass die musikalische Arbeit zwar von Fachmusikern begleitet und auf Oberbann- oder Bannebene auch geleitet wird, die Arbeit in den Einheiten jedoch von HJ-Mitgliedern geleistet wird. So sollen Liederwarte das Vermitteln von Liedern in den unteren Einheiten übernehmen. Diese sollen auf monatlichen Singetreffen neue Lieder von Fachmusikern lernen und diese anschließend auf den Heimabenden weitergeben. So solle von unten nach oben eine neue musikalische Kultur aufgebaut werden.

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