Ärztliche Betreuung in der HJ
Für die ärztliche Betreuung der HJ gibt es eine eigene Abteilung für Arzt und Feldscherwesen. Aufgabe der HJ-Ärzte ist die Gesundheitsüberwachung, die Mitarbeit und Kontrolle der "körperlichen Ertüchtigung", die Betreuung auf Lagern und Fahrten, die Ausbildung von Sanitätern sowie die Vermittlung von "rassischen und erbbiologischen Erkenntnissen".
Eine besondere Aufgabe obliegt ihnen in den sogenannten Reihenuntersuchungen, die das Ziel haben, die Leistungsfähigkeit der Jungen festzustellen und damit eine Grundlage für die Anforderungen im Dienst zu bilden.
An der Spitze der HJ-Ärzte steht der Reichsjugendarzt, ihm unterstehen die Ärzte in den Obergebieten. Sodann folgen die Ärzte der Gebiete, Oberbanne, Banne und Unterbanne. Analoges gilt für das Jungvolk.
Neben den Ärzten übernehmen auch Sanitäter Aufgaben im Gesundheitsdienst. Die Sanitäter (in der HJ Feldschere genannt) werden durch die Bannärzte in dreimonatigen Kursen ausgebildet.
Analog werden im BDM Samariterinnen ausgebildet. Im Obergau Mittelrhein finden dazu Kurse mit 20 Doppelstunden statt. Anschließend können sie in einem sechswöchigen Krankenpflegerkursus in den städtischen Krankenanstalten weitere Praxiserfahrung machen und sich danach als BDM-Samariterinnen dem Roten Kreuz zur Verfügung stellen. Die Teilnehmerinnen müssen über 18 Jahre alt sein.
In Köln legen 28 BDM-Samariterinnen, die von Untergauführerin Dr. Erna Zitzke ausgebildet wurden, am 19. April 1934 ihr Abschlussexamen an der Krankenanstalt Lindenburg ab. Dort nehmen viele von ihnen auch anschließend an dem sechswöchigen praktischen Kursus statt.
Neue Kurse unter der Leitung von Dr. Erna Zitzke beginnen an der Krankenanstalt Lindenburg am 7. Mai 1934.