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Ereignisse
1943
März

Reaktion auf Einsatz von Luftwaffenhelfern

Der SD-Abschnitt Dortmund berichtet am 8. März 1943:

„Die Bekanntgabe des Einsatzes der Schüler der sechsten und siebten Klasse der mittleren und höheren Schulen hat bei den Jungen große Begeisterung ausgelöst. (...) Sie brennen darauf, bald die erste Probe im aktiven Heimatschutz zu bestehen. Eltern, Erzieher und Wehrmachtsvorgesetze betonen, dass rund 99 % aller eingesetzten Kräfte willig und freudig den Dienst versehen. Die Jungen (...) fühlen sich als richtige Soldaten und möchten den aktiven Wehrmachtsangehörigen möglichst schnell gleichwertig sein. (...) Die eingezogenen Schüler haben zu einem verhältnismäßig großen Teil zu der Hitler-Jugend eine andere Stellung eingenommen. Sie sind der Meinung, dass sie vom HJ-Dienst befreit werden sollten. (...) Die meisten Jungen wollen, dass sie, da sie bereits schon von der Wehrmacht uniformiert werden, auch als Soldaten angesehen werden. Verschiedentlich wurde darum der Wunsch geäußert, von ihrer Dienstmütze das HJ-Abzeichen zu entfernen. Diese Einstellung (...) entspringt einem Überlegenheitsgefühl, das die eingezogenen Schüler gegenüber ihren HJ-Kameraden haben. (...)

Beanstandet wird von verschiedenen Seiten das Verhalten der Jungen in der Öffentlichkeit. (...) Die Luftwaffenhelfer sind nämlich zu einem großen Teil der Ansicht, dass ihnen jetzt keine andere Dienststelle bzw. Behörde etwas zu sagen hat. Sie lehnen darum auch vielfach eine Beeinflussung durch die Schulleitungen ab und wünschen, nicht als Schüler, sondern als Soldaten angesprochen zu werden. Deshalb verlangen sie, dass bei Fahrten mit der Straßenbahn nicht die Zivilfahrpreise in Anrechnung kommen. Es hat dieserhalb mit Schaffnern und Kontrolleuren der Straßenbahn bereits Schwierigkeiten gegeben.“

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