HJ-Führer in Herzogenrath droht wirtschaftliche Nachteile für Nicht-HJ-Mitglieder an
Der Stammführer des Stammes I/2/25, Aachen Land Nord, aus Herzogenrath verfasst im Februar 1934 einen Aufruf an die Eltern, in dem er nachdrücklich und unter Androhung wirtschaftlicher Nachteile dazu auffordert, die Kinder ins Jungvolk zu schicken:
„Deutsche Eltern!
Ein Jahr nationalsozialistischer Arbeit im Staate ist verflossen und noch immer habt Ihr Eure Kinder uns vorenthalten. Könnt Ihr Euch vorstellen, welch großes Unrecht Ihr an Euren Kindern begeht? Auch Euch wird doch bestimmt bekannt sein, dass Euer Junge, wenn er nicht der Staatsjugend angehört hat, nicht in die deutsche Volksbewegung eintreten kann. Das hat zur Folge, dass er demnach auch keine öffentliche Stelle, keine Staatsstelle und dergleichen bekleiden kann. Schon heute wird in unserem Staate darauf hingearbeitet, dass bei Lehrstellenvermittlungen zuerst die schulentlassene Jugend der Hitlerjugend berücksichtigt wird.
Und dieses wird eines Tages Gesetz.
Was fangen Sie dann mit Ihrem Jungen an? – Sagen Sie nicht: es hat noch Zeit, er kann später einmal in die HJ eintreten. Die HJ wird ihren Nachwuchs nur noch aus dem Jungvolk nehmen.
Gebt darum Euren Jungen uns. Lasst ihn mit uns in unseren braunen Reihen marschieren, zum Aufbau unseres deutschen Vaterlandes.
Unsere Pflicht ist es, aus Eurem Jungen einen guten Staatsbürger zu machen, der bei uns sein Vaterland lieben und achten lernt, während der Geistliche ihn Gott lieben lernt. Lasst Euch nicht falsch beraten von Leuten, die ihre eigenen Interessen verfolgen, aber für Euren Jungen später herzlich wenig tun können. Haltet ihn der Volksgemeinschaft nicht fern, damit er sich nicht automatisch selbst ausschließt. Er würde es Euch nie verziehen können.
Meldet noch heute Euren Jungen im
Deutschen Jungvolk
Wir nehmen alle, ohne Unterschied der Herkunft und Konfession, denn bei uns herrscht Kameradschaftsgeist und Verständnis.
Heil Hitler!
Der Stammführer des Stamm I/2/25“