Aufsatz eines Troisdorfer Sturmschärlers: "Warum bin ich noch nicht in der HJ"
Ein Bericht der Gebietsführung Mittelrhein vom 7. Juli 1934 zitiert den Aufsatz eines Mitglieds der Sturmschar Pfarre St. Hippolyt in Troisdorf, der auf die Frage "Warum bin ich noch nicht in der HJ" anlässlich des Reichsberufswettkampfes 1934 angeblich folgendes schrieb:
"Ich bin deshalb nicht in der HJ, weil ich treu zur kath. Sache stehe und seit 1930 Mitglied der kath. Sturmschar des Jungmännerverbandes Deutschlands, St. Hippolituspfarre in Troisdorf, bin. Weiter bin ich deshalb nicht in der HJ, weil diese uns seit Mai 1933 dauernd terrorisiert, anstatt ein friedliches Zusammenwirken mit uns, der kath. Jugend, zu erreichen. Weil die HJ uns alles genommen hat (Fahrten, Jugendherbergen usw.), woran wir kath. Jungens uns neue Kraft für den Alltag holten. Weil sie uns alles verbietet (Schulterriemen, Fahrtenmesser usw.), was einen Deutschen schön und zünftig kleidet und sein Stolz sein soll. Weil sie arme hilflose Jungs von 13 Jahren schlägt, dass ihnen Blut an Nase und Mund herausströmt. Weil sie unsere Seelsorger beschimpft, z.B. schwarzes Schwein usw. Weil die HJ vor Kriegsbeschädigten, Kriegsblinden und greisen Häuptern die Hand zum Schlage erhob. Deshalb kann ich als kath. Junge, der dieses miterleben musste, aus meiner innersten Überzeugung heraus, nicht Mitglied der HJ sein.“
Die Gebietsführung Mittelrhein sieht darin das Ergebnis der katholischen Gegenarbeit gegen die HJ: "Es darf wohl als sicher gelten, dass der Junge diese Ausführung nicht aus sich hat, sondern dass sie ihm, wie so vielen tausend anderen, durch die volksverhetzenden Methoden der kath. Aktion und seiner Pfarrer erst beigebracht worden sind, damit sich auch das junge Deutschland nicht zusammenfinden möge."