Kaplan aus Köln-Lindenthal ruft zum Glauben in "gottentfremdeter Welt" auf
In einer Einladung zur Fronleichnamsprozession 1934 schreibt Kaplan Berscheid von der Pfarre St. Stefan aus Köln-Lindenthal:
"Viele von der Taufe an zu Aposteln Christi berufene Jungmänner unserer Zeit leben in geistiger Erschlaffung dahin. Sie stehen müde und matt abseits, geben nur die Zuschauer ab, wo andere sich mühen, Christi Geist hinauszutragen in eine gottentfremdete Welt. Die Kirche aber ruft die Jugend. Wir Katholiken können nur dann der heutigen Zeit imponieren, wenn die Jugend beweist, dass auch heute noch die Macht Christi die Macht des deutschen Volkes ist, denn Ihr seid die Zukunft der Kirche in Deutschland, wie Ihr die Zukunft des deutschen Volkes seid."
Die HJ sieht in dieser Formulierung, so ein Bericht der Gebietsführung Mittelrhein vom 7. Juli 1934, eine "hämische Verhetzung", einen "Angriff gegen Partei und Staat", vorgetragen in einer "unglaublich raffinierten Form".