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Ereignisse
1934
März

Westdeutscher Beoachter wehrt sich gegen Vorwurf der Kirchenfeindlichkeit

In einem ausführlichen Artikel setzt sich Martin Schwaebe am 18. März 1934 im Westdeutschen Beobachter mit den in jüngster Zeit zahlreichen Kritiken auseinander, die der Zeitung Kirchenfeindlichkeit vorwerfen. Namentlich nennt er Kardinal Schulte, der Anstoß an einer Reihe diesbezüglicher Formulierungen genommen habe.

Wenn die Zeitung von "schwarzem Verrat" und ähnlichem geschrieben habe, so sei dies keine Kritik an der katholischen Jugenderziehung, sondern am "Verhalten etlicher Obervorsitzender katholischer Jugendvereine, die klare Anordnungen der staatlichen Behörden zu sabotieren und die Jugendlichen ihrer Verbände gegen das nationalsozialistische Jugendwerk aufzuwiegeln versuchten". Die Zeitung habe für die "Einigung" der Jugendlichen in der HJ geworben, damit die "beste deutsche Jugend" nicht "abseits" stehe und sich in "fruchtloser Eigenbrötelei" vertue.

Der katholischen Kirche wirft Schwaebe Missbrauch vor, da sie vor 1933 unter anderem für einen "bolschewistischen Meuchelmörder" habe Messen lesen lassen, die nationalsozialistischen Führer jedoch wie "Hunde in der Erde verscharren" ließ. Überdies hätten "politisierende Priester" zu "brutaler Gewalt gegen den politischen Gegner" aufgerufen. In jüngster Zeit hätten zudem zahlreiche katholische ausländische Zeitungen den Nationalsozialismus beschimpft. Statt also den Nationalsozialismus zu kritisieren sollte die Kirche eher derartige Vorkommnisse bestrafen.

Der Westdeutsche Beoachter sei weder ein Gegner des Christentums noch der katholischen Kirche. Er müsse jedoch "zupacken, wo Schädingen an der Sache des Volkes und der Einigkeit der Nation auftauchen" und sich gegen "politisches Intrigantentum" wehren.

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