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Ereignisse
1934
März

Tagung der Sozialreferenten des Obergebietes West

In Köln tagen am 3. und 4. März 1934 rund tausend Sozialreferenten und -referentinnen aus dem Obergebiet West. An der Tagung nehmen auch der Abteilungsleiter III der RJF, Axmann, und der Treuhänder der Arbeit für das Rheinland, Staatsrat Willi Börger, teil.

Die Tagung wird von Bannführer Ludger Weinges, dem Leiter des Sozialen Amtes im Obergebiet West, eröffnet. Anschließend hält der Führer des Obergebietes, Hartmann Lauterbacher, eine Rede, in der er den Totalitätsanspruch der HJ betont und es als eines der Ziele der HJ formuliert, "jeden schulentlassenen deutschen Jungen in den allgemeinen Arbeitsprozess einzugliedern und ihn schließlich für einen neuen Lebensstiel umzuformen".

Im Anschluss nimmt Axmann Stellung zu den sozialen Aufgaben der HJ. Dabei stellt er die gesamte Gesundheitsführung auf eine rassenideologische Grundlage. Überdies reagiert er auf die Kritik, dass Jugendliche im HJ-Dienst überanstrengt würden und stellt entsprechende Gegenmaßnahmen vor, darunter den Einsatz von HJ-Ärzten. Weiterhin beschäftigt er sich mit den Themen Jugendpflege, Arbeitsdienst, Landhilfe, Jugend-Rechtspflege, Eingliederung der Arbeitsfront-Jugend in die HJ und Reichsberufswettkampf.(1)

Über die Tagung liegen auch zwei Berichte von Teilnehmerinnen aus dem Untergau Lippe 55 vor: Der eine stammt von einer Ärztin des Untergaues, die am 5. März 1934 die übrigen Ärztinnen des Untergaues über die Tagung informiert, der andere wurde von der Untergausozialreferentin, Paula Brinkmann, am 7. März 1934 erstellt.

Die Ärztin berichtet insbesondere über die Ausführungen zum Bereich Gesundheitsfürsorge. Zu diesem Bereich gehört insbesondere die „gesundheitliche Bestandsaufnahme“ durch Reihenuntersuchungen. Dabei wird eine „ärztliche Überwachung der werktätigen Jugend“ parallel zu den Schuluntersuchungen gefordert. Zudem wird eine „Überwachung des Dienstes und der Freizeit“ zur Vermeidung von Überanstrengungen angestrebt.

Als weitere Ziele der Gesundheitsfürsorge nennt sie Vorträge und Schulungskurse zu folgenden Themen, darunter auch solche stark ideologischen Inhalts: „Rassenpflege, Gewerbe- und Sporthygiene, Ansteckende Krankheiten, Verhältnis von Volksseuchen zum Volksvermögen, Vererbungslehre und Selbstverantwortung, Sanitätskurse, Säuglingspflegekurse“.

Bei der gesamten ärztlichen Arbeit, so die Berichterstatterin, sei es nicht Sinn, allein „Untersuchungen vom grünen Tisch“ durchzuführen: „Wir sollen nach Möglichkeit aus gemeinsamem Erleben mit den jungen Menschen uns ihr Vertrauen erwerben und ihre Berater im tiefsten Sinne unseres Berufes sein. Es genügt nicht die Erfassung der Mädels aus irgendeinem spezialärztlichen Gesichtswinkel, erforderlich ist ein klares Erkennen all ihrer körperlichen u. seelischen Nöte aus ihrem Milieu heraus und in diesem Sinne ein Beraten, das weit über die erlernte Schulmedizin hinausgeht.“(2)

Paula Brinkmann fasst in ihrem Bericht zwei Referate der Tagung zusammen, zum einen ein Referat von Ludger Weinges, dem Leiter des Sozialen Amtes des Obergebietes West über die Organisation der Abteilung III, zum anderen ein Referat von Käte Gerling über die Zusammenarbeit von BDM und HJ.

Weinges geht in seinem Referat auf die Punkte Gesundheitsfürsorge, Jugendpflege, Jugendrecht, Berufsschulung, Arbeitsdienst und Soziale Sofortmaßnahmen ein und skizziert damit die Aufgaben der verschiedenen Referate in den Sozialabteilungen.

Gesundheitsfürsorge umfasst hier auch „Rassenpflege, Gewerbe- und Sporthygiene“. In sämtlichen dieser Bereiche sollen die Ärzte, die in der HJ tätig sind, geschult werden und dieses Wissen anschließend an HJ und BDM weitergeben. Gefordert wird, für diese Tätigkeit im Referat Gesundheitsführung innerhalb der Sozialabteilungen geeignete Ärzte bzw. Ärztinnen einzusetzen, die abends Reihenuntersuchungen vornehmen und prüfen, ob der Dienst einer „guten Gesundheitsführung“ entspricht oder z.B. Überanstrengungen vorliegen. Dabei dürfe jedoch auch keine „Verweichlichung der Jugend“ herbeigeführt werden. Der Arzt bzw. die Ärztin ist auch dafür zuständig, mit Behörden oder Betrieben zu verhandeln, wenn es um Fälle von beruflicher Überanstrengung geht. Geplant ist, „HJ-Ärzteheime“ aufzubauen, in denen die HJ Ärzte für die HJ heranbildet.

Zum Bereich Jugendpflege werden u.a. Kinderlandverschickung (in Abstimmung mit der NSV) und die Einrichtung von Heimen und Zeltlagern gerechnet. Hier haben die Sozialreferenten und –referentinnen die Aufgabe, für die Maßnahmen die nötige finanzielle Grundlage zu schaffen.

Für das Referat Jugendrecht sollen ausschließlich „tüchtige Juristen“ eingestellt werden, wobei Weinges hier das Problem sieht, an geeignete Leute zu kommen. Man wolle keine „Leute mit langem Bart“, sondern „junge Menschen, die unsere Jugend verstehen und zu der unsere Jugend auch volles Vertrauen hat“.

Das Referat Berufsschulung soll eng mit der DAF zusammenarbeiten, ohne dass vorgesehen ist, die gesamte Jugend der DAF in die HJ zu überführen. In dem Referat sollen verschiedene Unterabteilungen entstehen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von „Jungarbeitern“ und „Jungangestellten“ gerecht werden zu können.

Den Arbeitsdienst bezeichnet Weinges als eine „Grundlage für das spätere Leben“. Daher würde er einen wesentlichen Teil der sozialen Arbeit umfassen. Laut Weinges melden sich etwa 50 bis 60 Prozent aller HJ-Mitglieder zum Arbeitsdienst. Eine Unterabteilung des Arbeitsdienstes ist die Landhilfe. Hier besteht eine der Aufgaben der Referentinnen und Referenten, die im Referat Arbeitsdienst tätig sind, geeignete Unterbringungen für die Landhelfer und Landhelferinnen zu finden. Dabei wird vor allem an Höfe mit einigen Morgen Land gedacht, auf denen die Landhelfer selbst wirtschaften können. Wenn Land nicht vorhanden ist, sollen die Landhelfer auf die umliegenden Höfe verteilt werden und abends zurückkommen, um „nationalsozialistisch erzogen“ zu werden.

Eine weitere Aufgabe des Referates Arbeitsdienst besteht in der Betreuung der Landhilfen, die durch das Arbeitsamt zu den Bauern geschickt werden und sich „als Stadtkinder oft recht unglücklich auf dem Dorfe fühlen“. Hier müsse mit den Bauern Rücksprache genommen werden, damit die Jugendlichen an einem Abend in der Woche einen Heimabend besuchen dürfen und einmal im Monat eine Wanderung mitmachen können.

Das Referat „Soziale Sofortmaßnahmen“ umfasst vor allem den Bereich WHW.

Bei der gesamten Sozialarbeit sollen HJ und BDM eng zusammenarbeiten. Dies wird daher auch von Käte Gerling in ihrem Referat über die „Zusammenarbeit des BDM und der HJ“ stark betont: „Wir ziehen an einem Strang, der Charakter und das Wesen und das Endziel, das wir uns gesteckt haben, ist das gleiche.“ Dabei hätten HJ und BDM noch gegen „zwei Sorgen von Menschen zu kämpfen“: Die „Nörgler und Besserwisser“, die nicht an die „Fähigkeit und das Können der Jugend“ glaubten und ihr daher jedes Recht bestreite. Und die „alten guten Tanten“, die immer noch glaubten, „die alte Zeit käme wieder und der BDM setzte sich hinter den Ofen und strickte Strümpfe für die Negerkinder“. Diesen „guten alten Tanten“ müsse der BDM ihre Form der Sozialarbeit erklären und deutlich machen, dass der BDM auch eine völlig neue „Weltanschauung“ habe, die nichts mehr mit Liberalismus zu tun habe. „Unsere Sozialarbeit ist ein intensiv ausgeprägter Nationalismus. […] Wir wollen ein neues Gebilde, einen neuen Staat formen, der rein organisch gewachsen ist wie ein kräftiger Baum und beide, Männer und Frauen am rechten Platz wünscht. Unsere Erziehungsarbeit wird aufgebaut auf dem Gedanken des Gesunden. Darum gibt es auch keine Sonderrechte und Sonderarbeiten für eine bestimmte Gruppe, z.B. für den BDM.“

Als Aufgabe des BDM skizziert Gerling die Entfaltung der „echten weiblichen Fähigkeiten“. In der Vergangenheit habe man von den Frauen verlangt, wie Männer zu werden und ihnen dann vorgeworfen, den Männern die Arbeitsplätze wegzunehmen und die Arbeitslosigkeit herbeigeführt zu haben. Dem möchte der BDM mit einem anderen Frauenbild begegnen, in dem Bildung und ein traditionelles Rollenverständnis miteinander verbunden werden, das gleichwohl nichts Emanzipatorisches an sich hat, weil die Frauen dabei stets in einer dienenden Rollenzuschreibung verbleiben: „Wir betonen heute, bringt die Frau zu dem Beruf, der ihr entspricht, bringt sie zum heiraten. Damit soll nicht gesagt sein, dass die Frau sich ausschließlich mit häuslichen Sachen befassen soll, nein, unser Ziel geht weiter, wir wollen geistige Mütter haben, die fähig sind, die ganze Größe unseres Volkstums zu verstehen und zu umfassen, die später ihren Kindern in Rat und Tat zur Seite stehen können.“

Als wichtiges Element sieht Gerling dabei – ganz im Sinne der Blut- und Boden-Ideologie – die Erziehung der Mädchen für ländliches Arbeiten und Siedeln an: „Wir schaffen Landhelfergruppen aus dem Grunde, die Verbindung zwischen Stadt und Land, zwischen Stadt- und Landkindern herzustellen. Das Stadtkind soll wurzelhaft werden wie das Landkind. Was würde es auch nützen, wenn wir wurzelhafte Söhne und kernige Siedler hätten, wenn uns die wurzelechten Mädel und Siedlerinnen fehlten. […] Die Persönlichkeit, die persönlichen Interessen müssen zurückgestellt werden. Uns muss immer die Verantwortung bewusst sein. Diese Gedanken müssen wir früh in die jungen Herzen hineinpflanzen. Wir müssen in die Betriebe gehen, wo unsere Jugend arbeitet, uns um die wirtschaftlichen Nöte unserer Jugendgenossen kümmern und uns so ihre Herzen erobern. Alle diese Gedanken müssen eindringen in die Herzen der Allgemeinheit. Wir müssen sie den Leuten klarmachen, den Leiter der Betriebe usw. und auch immer uns selbst. Kurz gesagt: Blut und Boden stehen im Mittelpunkt der sozialen Arbeit. BDM soll heißen Erziehung zur Gemeinschaft. Wer diese Gemeinschaft sabotiert, schließt sich automatisch aus der Gemeinschaft aus.“(3)

Die Untergausozialreferantin der Abteilung III Sozialabteilung des Untergaues Paderborn-Lippe, Paula Brinkmann, erstellt am 7. März 1934 einen Bericht über die Sozialtagung des Obergebietes West am 3. und 4. März in Köln. Darin fasst sie zwei Referate der Tagung zusammen, zum einen ein Referat von Ludger Weinges, dem Leiter des Sozialen Amtes des Obergebietes West über die Organisation der Abteilung III, zum anderen ein Referat von Käte Gerling über die Zusammenarbeit von BDM und HJ.

Weinges geht in seinem Referat auf die Punkte Gesundheitsfürsorge, Jugendpflege, Jugendrecht, Berufsschulung, Arbeitsdienst und Soziale Sofortmaßnahmen ein und skizziert damit die Aufgaben der verschiedenen Referate in den Sozialabteilungen.

Gesundheitsfürsorge umfasst hier auch „Rassenpflege, Gewerbe- und Sporthygiene“. In sämtlichen dieser Bereiche sollen die Ärzte, die in der HJ tätig sind, geschult werden und dieses Wissen anschließend an HJ und BDM weitergeben. Gefordert wird, für diese Tätigkeit im Referat Gesundheitsführung innerhalb der Sozialabteilungen geeignete Ärzte bzw. Ärztinnen einzusetzen, die abends Reihenuntersuchungen vornehmen und prüfen, ob der Dienst einer „guten Gesundheitsführung“ entspricht oder z.B. Überanstrengungen vorliegen. Dabei dürfe jedoch auch keine „Verweichlichung der Jugend“ herbeigeführt werden. Der Arzt bzw. die Ärztin ist auch dafür zuständig, mit Behörden oder Betrieben zu verhandeln, wenn es um Fälle von beruflicher Überanstrengung geht. Geplant ist, „HJ-Ärzteheime“ aufzubauen, in denen die HJ Ärzte für die HJ heranbildet.

Zum Bereich Jugendpflege werden u.a. Kinderlandverschickung (in Abstimmung mit der NSV) und die Einrichtung von Heimen und Zeltlagern gerechnet. Hier haben die Sozialreferenten und –referentinnen die Aufgabe, für die Maßnahmen die nötige finanzielle Grundlage zu schaffen.

Für das Referat Jugendrecht sollen ausschließlich „tüchtige Juristen“ eingestellt werden, wobei Weinges hier das Problem sieht, an geeignete Leute zu kommen. Man wolle keine „Leute mit langem Bart“, sondern „junge Menschen, die unsere Jugend verstehen und zu der unsere Jugend auch volles Vertrauen hat“.

Das Referat Berufsschulung soll eng mit der DAF zusammenarbeiten, ohne dass vorgesehen ist, die gesamte Jugend der DAF in die HJ zu überführen. In dem Referat sollen verschiedene Unterabteilungen entstehen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen von „Jungarbeitern“ und „Jungangestellten“ gerecht werden zu können.

Den Arbeitsdienst bezeichnet Weinges als eine „Grundlage für das spätere Leben“. Daher würde er einen wesentlichen Teil der sozialen Arbeit umfassen. Laut Weinges melden sich etwa 50 bis 60 Prozent aller HJ-Mitglieder zum Arbeitsdienst. Eine Unterabteilung des Arbeitsdienstes ist die Landhilfe. Hier besteht eine der Aufgaben der Referentinnen und Referenten, die im Referat Arbeitsdienst tätig sind, geeignete Unterbringungen für die Landhelfer und Landhelferinnen zu finden. Dabei wird vor allem an Höfe mit einigen Morgen Land gedacht, auf denen die Landhelfer selbst wirtschaften können. Wenn Land nicht vorhanden ist, sollen die Landhelfer auf die umliegenden Höfe verteilt werden und abends zurückkommen, um „nationalsozialistisch erzogen“ zu werden.

Eine weitere Aufgabe des Referates Arbeitsdienst besteht in der Betreuung der Landhilfen, die durch das Arbeitsamt zu den Bauern geschickt werden und sich „als Stadtkinder oft recht unglücklich auf dem Dorfe fühlen“. Hier müsse mit den Bauern Rücksprache genommen werden, damit die Jugendlichen an einem Abend in der Woche einen Heimabend besuchen dürfen und einmal im Monat eine Wanderung mitmachen können.

Das Referat „Soziale Sofortmaßnahmen“ umfasst vor allem den Bereich WHW.

Bei der gesamten Sozialarbeit sollen HJ und BDM eng zusammenarbeiten. Dies wird daher auch von Käte Gerling in ihrem Referat über die „Zusammenarbeit des BDM und der HJ“ stark betont: „Wir ziehen an einem Strang, der Charakter und das Wesen und das Endziel, das wir uns gesteckt haben, ist das gleiche.“ Dabei hätten HJ und BDM noch gegen „zwei Sorgen von Menschen zu kämpfen“: Die „Nörgler und Besserwisser“, die nicht an die „Fähigkeit und das Können der Jugend“ glaubten und ihr daher jedes Recht bestreite. Und die „alten guten Tanten“, die immer noch glaubten, „die alte Zeit käme wieder und der BDM setzte sich hinter den Ofen und strickte Strümpfe für die Negerkinder“. Diesen „guten alten Tanten“ müsse der BDM ihre Form der Sozialarbeit erklären und deutlich machen, dass der BDM auch eine völlig neue „Weltanschauung“ habe, die nichts mehr mit Liberalismus zu tun habe. „Unsere Sozialarbeit ist ein intensiv ausgeprägter Nationalismus. […] Wir wollen ein neues Gebilde, einen neuen Staat formen, der rein organisch gewachsen ist wie ein kräftiger Baum und beide, Männer und Frauen am rechten Platz wünscht. Unsere Erziehungsarbeit wird aufgebaut auf dem Gedanken des Gesunden. Darum gibt es auch keine Sonderrechte und Sonderarbeiten für eine bestimmte Gruppe, z.B. für den BDM.“

Als Aufgabe des BDM skizziert Gerling die Entfaltung der „echten weiblichen Fähigkeiten“. In der Vergangenheit habe man von den Frauen verlangt, wie Männer zu werden und ihnen dann vorgeworfen, den Männern die Arbeitsplätze wegzunehmen und die Arbeitslosigkeit herbeigeführt zu haben. Dem möchte der BDM mit einem anderen Frauenbild begegnen, in dem Bildung und ein traditionelles Rollenverständnis miteinander verbunden werden, das gleichwohl nichts Emanzipatorisches an sich hat, weil die Frauen dabei stets in einer dienenden Rollenzuschreibung verbleiben: „Wir betonen heute, bringt die Frau zu dem Beruf, der ihr entspricht, bringt sie zum heiraten. Damit soll nicht gesagt sein, dass die Frau sich ausschließlich mit häuslichen Sachen befassen soll, nein, unser Ziel geht weiter, wir wollen geistige Mütter haben, die fähig sind, die ganze Größe unseres Volkstums zu verstehen und zu umfassen, die später ihren Kindern in Rat und Tat zur Seite stehen können.“

Als wichtiges Element sieht Gerling dabei – ganz im Sinne der Blut- und Boden-Ideologie – die Erziehung der Mädchen für ländliches Arbeiten und Siedeln an: „Wir schaffen Landhelfergruppen aus dem Grunde, die Verbindung zwischen Stadt und Land, zwischen Stadt- und Landkindern herzustellen. Das Stadtkind soll wurzelhaft werden wie das Landkind. Was würde es auch nützen, wenn wir wurzelhafte Söhne und kernige Siedler hätten, wenn uns die wurzelechten Mädel und Siedlerinnen fehlten. […] Die Persönlichkeit, die persönlichen Interessen müssen zurückgestellt werden. Uns muss immer die Verantwortung bewusst sein. Diese Gedanken müssen wir früh in die jungen Herzen hineinpflanzen. Wir müssen in die Betriebe gehen, wo unsere Jugend arbeitet, uns um die wirtschaftlichen Nöte unserer Jugendgenossen kümmern und uns so ihre Herzen erobern. Alle diese Gedanken müssen eindringen in die Herzen der Allgemeinheit. Wir müssen sie den Leuten klarmachen, den Leiter der Betriebe usw. und auch immer uns selbst. Kurz gesagt: Blut und Boden stehen im Mittelpunkt der sozialen Arbeit. BDM soll heißen Erziehung zur Gemeinschaft. Wer diese Gemeinschaft sabotiert, schließt sich automatisch aus der Gemeinschaft aus.“(3)

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