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Ereignisse
1934
Dezember

Der Landrat berichtet über die „politische Lage“ im Kreis Lippstadt

Ob die Jugend für den NS-Staat gewonnen werde, so der Landrat in seinem „politischen Lagebericht“ zum Jahresende 1934, hänge insbesondere davon ab, ob man sie weiterhin „dem Einfluss der Kirche in der von dieser bislang mit vollem Erfolg geübten Art“ weiter überlassen würde. „Die tägliche Erfahrung lehrt, dass die Kirche mit geradezu fanatischem Eifer bemüht ist, ihren Einfluss auf die Jugend zu behalten und dass gegenüber der ersten Zeit nach der Machtübernahme eine erhebliche Verstärkung dieses Einflusses festzustellen ist, vor allem soweit die weibliche Jugend in Frage kommt. In den meisten Gemeinden des Kreises führt der BDM gegenüber den konfessionellen weiblichen Jugendorganisationen ein Dasein, das man nur als sehr bescheiden bezeichnen kann. Bei den Jungen glauben die Eltern aus Zweckmäßigkeitsgründen dem Staate mehr nachgeben zu müssen, hinsichtlich der Mädchen bestehen solche Befürchtungen nicht, und darum gibt man hier den kirchlichen Verbänden ohne weiteres den Vorzug. Bezeichnend ist auch insbesondere, dass der BDM bei den Mädchen, die eine höhere Lehranstalt besuchen, besonders schlecht vertreten sind, vor allen Dingen dann, wenn es sich um eine ausgesprochen konfessionelle Anstalt handelt.“

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