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Ereignisse
1934
November

Der Landrat berichtet über die „politische Lage“ im Kreis Lippstadt

Der Landrat berichtet, dass die katholischen Geistlichen noch immer „mit Eifer und Erfolg“ bestrebt seien, das Vereinswesen zu stärken und bei den Mitgliedern „religiösen bezw. konfessionellen Fanatismus zu entfachen“. Mit Blick auf die Jugend seien sie dazu übergegangen, „bei den Jungfrauenvereinen katholische Jungscharen zu bilden, die die schulpflichtigen Mädchen an mehreren Abenden in der Wochen zusammenfassen“ würden. „Soweit festgestellt werden konnte, beschäftigt man sich bei diesen Zusammenkünften u.a. mit Handarbeiten und Heimspielen, während der BDM hier im Kreise schwer um seine Existenz zu kämpfen hat, haben es diese Jungscharen ohne Schwierigkeiten schon auf eine recht ansehnliche Zahl von Mitgliedern gebracht.“

Es sei ihm berichtet worden, so der Landrat weiter, dass das Verbot einer Doppelmitgliedschat sehr hinderlich sei. „Wenn die Mädchen gleichzeitig den katholischen Jungfrauenvereinen angehören könnten, würde der BDM vielleicht mehr Mitglieder haben. Da den Mädchen andernfalls jede Beeinflussung im nationalsozialistischen Sinne fehlt, wäre überlegen, ob es nicht angebracht ist, für gewisse Gegenden Deutschlands dieses Verbot der Doppelmitgliedschaft außer Kraft zu setzen.“

In Geseke und Lippstadt habe sich an den höheren Mädchenschulen der Helilandbund „verhältnismäßig schnell ausgebreitet“. Mittlerweile würden ihm bereits rund 100 Mädchen angehören.

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