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Ereignisse
1934
April

April 1934: Der Bürgermeister berichtet aus Lippstadt

Die katholischen Geistlichen, so beklagt der Bürgermeister Ende April 1934, würden weiterhin versuchen, Jugendliche dahingehend zu beeinflussen, „sich den katholischen Kirchenvereinen und Jugendvereinen anzuschließen“. So habe Vikar Wortmann in der Nikolaikirche dazu aufgefordert, „treu zur Fahne“ zu stehen und den katholischen Vereinen die Treue zu halten. „In der heutigen Zeit versuche man, der Kirche die Jugend zu entreißen, um die Fahne Christi zu bekämpfen.“ Die Führer der katholischen Jugendvereine und hier insbesondere die DJK habe, so heißt es weiter, die Jugendlichen „schon so weit beeinflusst, dass diese sich, falls ein behördliches Verbot kommt, in keinem anderen Vereine oder in den Organisationen der Partei betätigen sollen“.

Die monatlich wiederkehrende Feststellung, dass die Stimmung in der Jugend „einwandfrei“ sei, erfährt erstmals die Einschränkung „soweit sie in der HJ und dem Jungvolk organisiert ist“. „Befremdend“ empfindet es der Berichterstatter in diesem Kontext das Phänomen, „dass der Mitgliederzuwachs“ in den NS-Jugendorganisationen „ganz gering“ ausfalle, „ja, in letzter Zeit ein solcher kaum noch zu verzeichnen“ sei. „Ich führe dies auf die Tätigkeit der katholischen Geistlichen zurück, die immer wieder darauf hinwirken, dass die katholische Jugend sich nur den katholischen Jugendvereinen anschließt.“ Zugleich vermisst der Bürgermeister bei den Lippstädter Lehrern „im Allgemeinen eine intensive Werbetätigkeit für die HJ, das Jungvolk und den BDM“. Er habe daher wegen der Neubesetzung vom Stellen Kontakt „mit der politischen Leitung der Partei“ aufgenommen, um so die Einstellung überzeugter Nationalsozialisten zu gewährleisten.

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